Zuwachs von 6,5 Prozent
Arcelor-Mittal erwartet starkes Stahljahr

Der Stahlkonzern Arcelor-Mittal erwartet in diesem Jahr einen Produktionszuwachs von 6,5 Prozent. Gleichzeitig spaltet der Weltmarktführer seine Edelstahlsparte ab. Damit geht der Konzern einen Schritt, dem Thyssen-Krupp bald folgen könnte.
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Der Stahlkonzern Arcelor-Mittal erwartet in diesem Jahr einen weiteren deutlichen Anstieg der globalen Stahlproduktion. Der Zuwachs werde zwischen sechs und 6,5 Prozent betragen, sagte Konzernchef Lakshmi Mittal auf einer außerordentlichen Hauptversammlung. Haupttreiber werde erneut China sein. In Europa und den USA hingegen werde das Niveau aus den Boomjahren vor 2008 erst 2015 wieder erreicht.

Die Aktionäre stimmten der Abspaltung der Edelstahlsparte zu, die künftig unter dem Namen Aperam an der Börse notiert ist. Aperam-Chef Bernard Fontana läutete die Notierung gestern Abend an der Börse in Luxemburg mit einem symbolischen Gongschlag ein.

Mit der Ausgliederung der Edelstahlproduktion in die neue Gesellschaft Aperam zieht der weltweit führende Stahlkonzern einen Schlussstrich. Arcelor-Mittal selbst wird keine Aktien von Aperam halten, die Titel gehen in den Besitz der Aktionäre über. Für je 20 Arcelor-Mittal-Aktien Anteilsscheine erhalten sie eine Aktie von Aperam. Experten taxieren den Börsenwert des Unternehmens auf rund 2,8 Milliarden Dollar.

Ein Sorgenkind weniger

Mittal erwartet, dass sich Aperam eigenständig besser entwickeln wird. Denn bislang musste der Edelstahlbereich mit anderen Konzernsparten um Investitionen rangeln. Da Arcelor-Mittal derzeit massiv seine Minenaktivitäten ausbaut (siehe nebenstehenden Bericht), war absehbar, dass für Edelstahl künftig weniger Geld übrig geblieben wäre.

Mit der Schaffung von Aperam entledigt sich Arcelor-Mittal aber auch eines Sorgenkinds. Denn die Sparte hat erheblich unter der Wirtschaftskrise gelitten und hängt bei der Erholung hinter den anderen Geschäftseinheiten zurück. 2009 hatte sich der Umsatz auf 4,3 Milliarden Dollar halbiert. Zwar geht es jetzt aufwärts, aber Risiken bleiben. Der Nickelpreis schwankt, in Europa gibt es Überkapazitäten.

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