ZVEI
Deutsche Elektrofirmen planen Entlassungen

Eigentlich ist eine Messe dafür da, seine Stärken herauszustellen und Optimismus zu verbreiten. Die Deutsche Elektro-Industrie hält es auf der Hannover Messe lieber mit Ehrlichkeit. Der Branche geht es immer schlechter. Zwei von drei Unternehmen planen Entlassungen.

HB HANNOVER. Die Wirtschaftskrise zwingt die deutsche Elektroindustrie im laufenden Jahr auf breiter Front zu Stellenstreichungen. „62 Prozent der Firmen sagen, dass sie Personal abbauen müssen“, sagte der Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), Friedhelm Loh, am Montag in Hannover. Die gleiche Anzahl Unternehmen lasse heute bereits ihre Beschäftigten kurzarbeiten.

In der Branche waren Ende des vergangenen Jahres 827 000 Menschen beschäftigt. Die Flaute hatte 2008 den Umsatz stagnieren lassen und führte in den ersten beiden Monaten zu einem Rückgang von 28 Prozent.

Die deutsche Elektroindustrie wird pessimistischer. „Wir erwarten für dieses Jahr inzwischen, nachdem wir zunächst mit einem Umsatzrückgang in Höhe von drei bis vier Prozent gerechnet hatten, dass der Rückgang noch deutlicher ausfällt“, sagte der Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), Friedhelm Loh, am Montag in Hannover. „Wahrscheinlich ist ein Minus um die zehn Prozent.“ Im vergangenen Jahr hatte die hereingebrochene Flaute den Umsatz bereits bei 182 Mrd. Euro stagnieren lassen.

„Wir alle hoffen, dass sich in der zweiten Jahreshälfte beziehungsweise Anfang 2010 die Lage allgemein bessert“, sagte Loh. Sobald der Aufschwung komme, werde die Elektroindustrie eine der ersten Brachen sein, bei der es wieder aufwärts gehe. Als Grund führte er die breite Aufstellung und die weiterhin hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben an.

Im Januar und Februar brachen die Aufträge um insgesamt 37 Prozent ein, der Umsatz ging um 29 Prozent zurück. Besonders hart hat es nach Angaben des ZVEI die Automobilzulieferer getroffen sowie die Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnik. Die beiden letztgenannten Branchen galten bislang noch als vergleichsweise stabil. Die Medizintechnik-Hersteller konnten dagegen zu Jahresbeginn noch zulegen.

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