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ZVEI-Tagung: Elektroindustrie erwartet kleines Plus für 2010

Um 22 Prozent geht die Produktion in der deutschen Elektroindustrie 2009 zurück. Am Ende dieses schlimmen Jahres verbreitet der Branchenverband ZVEI nun wieder Optimismus. Im nächsten Jahr sehe es wieder nach Wachstum aus.

In der Elektronikbranche gibt es 2010 auch für Nachwuchs wieder mehr zu tun. Quelle: dpa
In der Elektronikbranche gibt es 2010 auch für Nachwuchs wieder mehr zu tun. Quelle: dpa

FRANKFURT. Die deutsche Elektroindustrie habe ein „spannendes Jahr“ vor sich. So beschrieb Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) die momentane Lage des zweitgrößten deutschen Industriezweiges in der Weltwirtschaftskrise. Er rechnet 2010 mit einem Produktionsplus von „drei bis vier Prozent“ – nach einem dramatischen Rückgang in diesem Jahr. Die Prognose sei jedoch mit „sehr, sehr großen Unsicherheiten behaftet“.

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Seine Hoffnungen gründen sich vor allem auf vier Bereiche: die Elektromobilität, Projekte, um die Energieeffizienz zu steigern sowie Investitionen in die IT der Gesundheitsbranche (Gesundheitskarte) sowie in Infrastruktur wie die Anbindung von Windkraftwerken vor den Küsten. Er warnte aber vor allzu großem Optimismus. „Die Talsohle ist durchschritten, das Schlimmste liegt hinter uns“, fasste er die Situation zusammen. Ein sich selbsttragender Aufschwung sei das aber noch lange nicht.

Die Regierung soll's richten

Mittelbach forderte die Bundesregierung auf, die Rahmenbedingungen zu verbessern, damit der noch „holprige Aufschwung schneller stabil wird“. Die in den Koalitionsvereinbarungen beschlossen Entlastungen sollten am besten bereits 2010 verwirklicht werden. Bei vielen Unternehmen sieht er eine Kreditklemme. Bei einer ZVEI-Umfrage hätten sich im Juni bereits 57 Prozent der Unternehmen über Probleme bei der Kreditvergabe beklagt. Im September habe sich bei 20 Prozent die Situation sogar noch verschärft.

Die Weltwirtschaftskrise hat die Elektrobranche in diesem Jahr schwer getroffen. Die Produktion brach gegenüber 2008 um 22 Prozent ein – eine dramatische Trendwende: Seit 2004 hatten die Unternehmen von Jahr zu Jahr durchschnittlich zehn Prozent mehr produziert. Das monatsdurchschnittliche Produktionsniveau ist jetzt jedoch deutlich unter das Niveau des Jahres 2005 gefallen.

Mittelbach prognostiziert, dass es vier bis sieben Jahre dauern werde, bis das Produktionniveau von 2008 wieder erreicht wird. Bei einzelnen, langfristig orientierten Projekten, wie im Schiffsbau und der Energieerzeugung, würden die Probleme im kommenden Jahr entstehen, weil die alten Aufträge erst dann ausliefen.

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