Zwang zu sparen trifft auch Bundeswehr - Projekte stehen auf dem Prüfstand
Rüstungsindustrie muss um Aufträge bangen

Die deutsche Rüstungsindustrie muss sich wegen der angespannten Haushaltslage auf Einschnitte gefasst machen. Der Tenor in der Politik ist deutlich: „Die Frage ’welche Waffensysteme brauchen wir zwingend?’ steht ganz oben auf der Tagesordnung“, sagte der CDU-Verteidigungsexperte Thomas Kossendey dem Handelsblatt.

BERLIN/DÜSSELDORF. Anfang Dezember nehmen die Bundestagsausschüsse ihre Arbeit auf. Dann wollen die Parlamentarier auch eine Reihe von Rüstungsprojekten überprüfen.

Die Finanzen lassen wenig Spielraum: Wenn die Zahl der Soldaten nicht weiter verringert wird, dann müssen die Planer im Verteidigungsministerium die Investitionen für den Kauf von militärischem Gerät unter die Lupe nehmen. Ins Visier geraten dann die Waffensysteme, über deren endgültige Beschaffung in der neuen Legislaturperiode entschieden wird. „Die Stunde der Wahrheit kommt mit dem Haushalt für 2007“, sagt ein hochrangiger Rüstungsmanager. Dann nämlich werde es bei der Finanzierung bereits beschlossener Programme eng.

So prüft das Verteidigungsministerium, die Stückzahl des Kampfhubschraubers vom Typ Tiger von 80 auf 60 zu reduzieren. Auch hinter der Anzahl des Transporthubschraubers NH 90 steht ein Fragezeichen. Beide Hubschrauber werden von der EADS-Tochter Eurocopter gebaut. Ein Sprecher des Konzerns wollte dazu keine Stellung nehmen: „Das ist alles Kaffeesatzlesen.“ Der Tiger gilt in der Bundeswehr als umstritten, weil er bisher über keine Bewaffnung verfügt: Auch der Kauf der dafür vorgesehenen Panzerabwehrrakete Pars III ist noch völlig offen.

Hinter den Kulissen kreisen die Diskussionen vor allem um die „fliegenden Waffensysteme“, die das Gros der geplanten Investitionen verschlingen – und damit auch über den Eurofighter. Die 180 deutschen Maschinen sollen allein 18 Mrd. Euro kosten.

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