Zwangsversteigerung
Yukos droht mit Klagewelle

Nach der Zwangsversteigerung seines Kerngeschäftes hat der russische Ölkonzern Yukos umfassende Schadensersatzklagen angedroht.

HB MOSKAU/SCHLESWIG. Die Versteigerung von Yuganskneftegaz an die Finanzgruppe Baikal verstoße gegen die von einem US-Gericht verhängte einstweilige Verfügung, teilte Yukos in der Nacht zum Dienstag mit. Yukos werde für den bei einem Abschluss des Aktienverkaufes entstehenden Schaden in Höhe von mehr als 20 Mrd. Dollar bei allen an der Versteigerung beteiligten Parteien Ersatz einklagen. Der russische Präsident Wladimir Putin verteidigte die Auktion. „Soweit ich informiert bin, ist die Versteigerung in vollständigem Einklang mit dem russischen Gesetz abgehalten worden und ich erwarte, dass alle anderen Aktivitäten in diesem Sektor in Zukunft ebenfalls im Einklang mit dem Gesetz stattfinden“, sagte Putin nach einem Treffen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in Schleswig.

Unterdessen herrschte weiter Unklarheit darüber, wer sich hinter der bislang unbekannten Finanzgruppe Baikal verbirgt. Zeitungen brachten Baikal in Zusammenhang mit Russlands viertgrößten Ölkonzern Surgutneftegaz. Baikal hatte bei der Auktion am Sonntag überraschend den als Favoriten geltenden staatlichen Energiekonzern Gazprom ausgestochen.

„Es wird eine Schlammschlacht vor Gericht geben“, sagte ein mit der Sache vertrauter Moskauer Rechtsanwalt. „Yukos wird sein Netz rund um die Welt enger spannen. Kein Ölhändler und keine Bank mit Vermögen in den USA wird mit dieser Sache zu tun haben wollen. Auch andere Gerichte werden die US-Rechtsprechung anerkennen.“

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