Zwei Interessenten
Verkauf des Eon-Erdgasnetzes steht kurz bevor

Eon steht offenbar kurz vor dem Verkauf seines Erdgasnetzes. Ein Konsortium um Macquarie und der Energieriese GDF Suez sind die heißesten Kandidaten. Im Gespräch ist ein Kaufpreis von mehr als drei Milliarden Euro.
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DüsseldorfDer Energiekonzern Eon verkauft sein Erdgasnetz offenbar an ein Konsortium um die australische Macquarie. Die Großbank soll für 3,1 Milliarden Euro den Zuschlag erhalten. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf eine Person mit Kenntnis über den Verhandlungsstand.

Ein Eon-Sprecher wollte den Vorgang nicht kommentieren. Auch Macquarie sagt zu einem möglichen Kauf nichts. Auch der Energieriese GDF Suez hat nach Angaben aus Konzernkreisen ein Angebot für das europäische Gasnetz von Eon abgegeben. Neben dem französischen Unternehmen seien auch der der Versicherer CNP und der australische Infrastrukturfonds IFM beteiligt, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Freitag in Paris.

Eon trennt sich von Randgeschäften, um die Belastungen aus der Energiewende in Deutschland besser verkraften zu können. Der Konzern hofft, durch Verkäufe insgesamt mehr als 15 Milliarden Euro einnehmen zu können. Der Verkauf des Gasnetzes wird schon seit längerem erwartet. Eon-Finanzchef Markus Schenck hatte Anfang Mai gesagt, die Endphase der Verhandlungen sei erreicht. Das Geschäft könne vermutlich noch in diesem Monat über die Bühne gehen.

Das 12.000 Kilometer lange Gasnetz liegt bei der Gesellschaft „Open Grid Europe“, die ihren Sitz in Essen hat. Der Wert des Geschäfts beträgt zwei bis drei Milliarden Euro. Interessierte Bieter hatten bis zum 9. Mai Zeit, Angebote vorzulegen. Mitte Mai soll dem dem Vernehmen nach der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Versorgers über den Verkauf beraten.

Zuletzt hatte es geheißen, auch eine Gruppe um den belgischen Energiekonzern Fluxy sowie ein Konsortium um den Versicherer Allianz hätten Interesse. Der Bieter Macquarie soll sich Unterstützung von der Munich Re und aus Abu Dhabi geholt haben. Sprecher der Allianz und der Munich Re-Investmenttochter MEAG wollten die Informationen am Freitag nicht kommentieren.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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