Zwei Milliarden Euro
J&J will Crucell ganz übernehmen

Johnson & Johnson (J&J) will das niederländische Biotechunternehmen Crucell vollständig übernehmen und zum Zentrum seiner neuen Impfstoffsparte machen. Am heutigen Mittwoch legte der US-Pharma- und Medizintechnikkonzern das offizielle mit rund zwei Milliarden Euro bewertete Übernahmeangebot vor.
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FRANKFURT. Der US-Pharma- und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson (J&J) will das niederländische Biotechunternehmen Crucell vollständig übernehmen und zum Zentrum seiner neuen Impfstoffsparte machen. Am heutigen Mittwoch legte J&J das offizielle Übernahmeangebot vor, das Crucell mit rund zwei Milliarden Euro bewertet.

Der Konzern, der bereits rund 18 Prozent an Crucell hält, will 24,75 Euro pro ausstehender Aktie zahlen, was einem Aufschlag von 58 Prozent auf den Aktienkurs vom 16. September entspricht. Damals waren die Verhandlungen der beiden Firmen zur vollständigen Übernahme bekannt geworden.

Mit dem 5,6-fachen des Umsatzes und dem 52-fachen des Vorsteuergewinns (Ebit) bewegt sich das Angebot in der Größenordnung der zuletzt für die Branche üblichen Kaufpreise. Crucell hatte 2009 bei einem Umsatz von 358 Millionen Euro erstmals einen operativen Gewinn von 39 Millionen Euro ausgewiesen.

J&J hatte sich vor rund einem Jahr erstmals an Crucell beteiligt. Beide Firmen arbeiten schon seit Jahren zusammen. J&J will sich mit der vollständigen Übernahme im attraktiven Impfstoffgeschäft positionieren, in dem hohe Margen locken. Der Konzern konzentriert sich dabei vor allem auf die Grippebekämpfung. Die Krankheit gehöre zu den großen Bedrohungen der Gesundheit. J&J und Crucell wollen zusammen unter anderem Grippeimpfungen und -therapien entwickeln.

J&J will den Kaufpreis in bar bezahlen. Der US-Konzern sichert zudem zu, dass die Standorte von Crucell erhalten bleiben, das Management an Board bleiben kann und auch das Beschäftigungsniveau gehalten wird.

J&J ist zwar mit seinen Medizintechnik- und Verbrauchsgütersparten breiter aufgestellt ist als andere Pharmakonzerne, auslaufende Patente und Nachahmermedikamente treffen das Unternehmen allerdings hart. Im Pharmageschäft fiel der Umsatz zuletzt zweistellig.

Deshalb hatte J&J in den vergangenen Jahren bereits kleinere Zukäufe getätigt. Von der irischen Firma Elan erwarb der Konzern im vergangenen Jahr die Rechte an deren Alzheimer-Programm sowie einen 18-prozentigen Kapitalanteil. Außerdem kaufte J&J die auf Krebs spezialisierte Biotechfirma Cougar.

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