Zwei Millionen Euro an Andhra Pradesh
VW steht für Schuster-Machenschaften gerade

Volkswagen wird zwei Millionen Euro an den indischen Bundesstaat Andhra Pradesh zahlen und damit für mutmaßlich illegale Machenschaften des früheren Skoda-Personalvorstands Helmuth Schuster einstehen. Unterdessen hat der führere Vorsitzende des VW-Konzernbetriebsrats, Klaus Volkert, sämtliche Ämter in der Gewerkschaft IG Metall niedergelegt.

HB WOLFSBURG. Ein Konzernsprecher teilte am Donnerstag mit, Volkswagen werde für jene Zahlungen einstehen, die der indischen Bundesstaat an Schuster geleistet habe. Der Ex-Skoda-Personalvorstand habe seine indischen Partner getäuscht. Schuster hatte von der Regierung von Andhra Pradesh für den Bau eines VW-Werkes in dem Bundesstaat zwei Millionen Euro verlangt. Das Geld wurde an eine angebliche Projektgesellschaft gezahlt, an der VW nach eigenen Angaben nie beteiligt war, und ist seitdem unauffindbar.

Volkswagen will indes alles tun, um sich in der Angelegenheit finanziell schadlos zu halten. In der Mitteitlung heißt es: "Volkswagen-Konzern wird jedoch im Rahmen seiner Aufklärungsarbeit die Verantwortlichen - innerhalb und außerhalb des Unternehmens - für die entstandenen Schäden zur Rechenschaft ziehen." Der Konzern setze dabei auch auf die Unterstützung der indischen Behörden.

Nach Bekanntwerden von Schusters Machenschaften hatte Volkswagen seine Pläne für ein Werk in Indien auf Eis gelegt. Jetzt hieß es lediglich, Volkswagen sei weiterhin an einem Einstieg in den indischen Markt interessiert. Die Indien-Affäre ist nicht der einzige Fall, in dem sich Schuster bereichert haben soll. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs. Sie prüft mehrere Firmen um Schuster, auf deren Konten Gelder gelangt sein könnten, die VW zugestanden hätten.

Ebenfalls am Donnerstag teilte die IG Metall mit, der frühere Gesamtbetriebsratschef von VW, Klaus Volkert, habe sämtliche Gewerkschaftsämter niedergelegt und sei fortan nur noch einfaches Mitglied. Zuvor gehörte Volkert dem Wolfsburger Ortsvorstand, der dortigen Delegiertenversammlung sowie dem Bundesvorstand der Gewerkschaft an.

Als Betriebsratschef war Volkert bereits Ende Juni zurückgetreten. Anlass dafür war, dass er an einer Firma zusammen mit Schuster beteiligt war, die mutmaßlich in Betrugsgeschäfte verwicktelt war. Inzwischen werden gegen Volkert immer neue Vorwürfe erhoben. So soll er sich von VW teure Reisen und Prostituierte bezahlen haben lassen. Im Gegenzug habe wer Entscheidungen der Vorstands gegenüber der Belegschaft durchgesetzt.

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