Zwei Millionen Euro flossen für den Bau eines VW-Werks an Tarnfirma
Inder fordern von VW Geld zurück

Um den Zuschlag für den Bau eines neuen VW-Werks zu erhalten, hat die Regierung des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh zwei Millionen Euro offensichtlich an eine Tarnfirma des ehemaligen Indien-Beauftragten von VW und Hauptbeschuldigten in der VW-Affäre, Helmuth Schuster, gezahlt. Nach Ansicht der Provinzregierung soll VW das Geld zurückzahlen, sollte der Konzern die Fabrik nicht vor Ort bauen.

HB NEU DELHI. Die Forderung in Richtung VW kommt von Industrieminister Bosta Satyanarayana. Der indischen Nachrichtenagentur IANS zufolge hat er sie am Dienstag in Hyderabad aufgestellt. Konzernchef Bernd Pischetsrieder hatte im Zuge der VW-Affäre die Pläne für den Bau der Fabrik vorerst auf Eis gelegt. Der Minister steht wegen der Überweisung in der Schusslinie der Opposition. Die Zeitung „Asian Age“ hatte unter Berufung auf eine „offizielle Quelle“ in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, ranghohe Beamte hätten den Minister vor dem windigen Geschäft gewarnt.

Grund für die Zahlung war die Drohung des VW-Managers Schuster, die angedachte Fabrik statt in Andhra Pradesh im benachbarten Bundesstaat Tamil Nadu bauen zu lassen. Schuster habe der Regierung von Andhra Pradesh versichert, er könne im Gegenzug für die Zahlung den VW-Vorstand vom Bau der Fabrik vor Ort überzeugen, zitierte die die Quelle weiter.

„Wir haben aufrichtig gehandelt, um die Autofabrik einer angesehenen Firma anzuziehen“, verteidigte sich Satyanarayana, der an den Verhandlungen mit Schuster beteiligt war. „Alles, was wir getan haben, war legal und transparent.“ Oppositionsparteien in Andhra Pradesh fordern indes eine Untersuchung durch die indische Bundespolizei. Auch die an der Kongress-geführten Bundesregierung beteiligte Kommunistische Partei Indiens-Marxisten verlangt Aufklärung darüber, warum Geld gezahlt wurde, bevor eine formale Absichtserklärung unterzeichnet wurde.

Die Gelder waren nach offiziellen Angaben der Provinzregierung für den Aufbau eines gemeinsamen Unternehmens mit VW gedacht. Für die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens habe Schuster dann um die Überweisung von zwei Millionen Euro an die Firma "Vashishta Wahan", kurz VW, gebeten. Eine landeseigene Gesellschaft habe das Geld auf Anordnung des Industrieministers transferiert. Laut VW ist der Autokonzern an einer solchen Firma aber nicht beteiligt.

Auch das ARD-Hörfunkstudio Südasien hatte von „konkreten Belegen für Bestechung oder Untreue“ im Zusammenhang mit dem angedachten Bau einer VW-Fabrik im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh berichtet. In dem ARD-Bericht hieß es, einer der Direktoren der in Neu Delhi registrierten Firma "Vashishta Wahan" sei mit dem Geld verschwunden. Das nähre den Verdacht, dass diese Summe von Schuster veruntreut worden sei.

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