Zweiradgeschäft: BMW verkauft Motorrad-Tochter Husqvarna

Zweiradgeschäft
BMW verkauft Motorrad-Tochter Husqvarna

Für den Münchener Autokonzern war der Kauf der traditionsreichen Motorradschmiede Husqvarna der erste große Deal nach dem Rover-Debakel. Doch die Hoffnungen für die sportliche Marke blieben unerfüllt.
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MünchenBMW ordnet sein Zweiradgeschäft neu und verkauft die Motorrad-Tochter Husqvarna. Für einen nicht genannten Preis übernimmt der Chef des österreichischen Motorradriesen KTM, Stefan Pierer, über seine Firma Pierer Industrie AG die einst in Schweden begründete Firma, wie die Münchner am Donnerstag mitteilten. BMW hatte den inzwischen in Italien ansässigen Hersteller 2007 gekauft und große Hoffnungen auf die sportlichen Geländemaschinen gesetzt. Doch die Erwartungen des Konzerns erfüllten sich nicht.

Die Übernahme der traditionsreichen Marke war der erste Zukauf des Konzerns nach dem teuren Rover-Debakel und sollte dem Zweiradgeschäft neuen Schwung vor allem bei jüngeren Kunden geben. Doch seit dem Kauf sanken die Absatzzahlen, auch wenn es im vergangenen Jahr wieder etwas bergauf ging. 2012 verkaufte Husqvarna 10.751 Motorräder. 2008, im ersten kompletten Jahr unter BMW-Führung, waren es allerdings noch 13.500 gewesen, 2011 rutschte der Absatz angesichts der schwachen europäischen Motorradmärkte gar auf 9300.

Berichten zufolge hatte BMW 2007 rund 100 Millionen Euro für Husqvarna gezahlt, dazu kommen Kosten für den Umbau der Marke. Wie viel Pierer nun für das Unternehmen auf den Tisch legt, verriet BMW nicht. Nun müssen noch die Kartellbehörden der Übernahme zustimmen. Die Münchner wollen ihr ureigenes Motorradgeschäft neu ausrichten und auch die Produktpalette weiter ausweiten. BMW Motorrad verbuchte 2012 einen Absatzrekord und verkaufte weltweit 106.358 Zweiräder.

Dennoch gilt das Zweiradgeschäft als ziemlich schwierig, in Europa bekamen die Hersteller bereits die jüngste Wirtschaftskrise heftig zu spüren. Der Markt auf dem Kontinent hat sich in den vergangenen Jahren halbiert - auch weil Motorräder vielen Käufern wohl als eher verzichtbare Anschaffungen gelten. Allerdings: Im Rennen um die Spitze in der Oberklasse hat sich im vergangenen Jahr auch BMW-Rivale Audi ein Zweiradgeschäft zugelegt. Die VW-Tochter übernahm den italienische Luxushersteller Ducati.

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