Zweistelliger Absatzrückgang im Februar: GM fährt die Produktion in den USA erneut zurück

Zweistelliger Absatzrückgang im Februar
GM fährt die Produktion in den USA erneut zurück

Der größte US-Autokonzern der Welt hat auch die größten Probleme. Wie die jüngsten Verkaufszahlen für Februar zeigen, ist die Lage bei General Motors (GM) noch schlechter als von Pessimisten befürchtet. GM muss deshalb die Produktion weiter einschränken und verkündete die Schließung eines Montagewerkes mit 3 000 Beschäftigten.

je PORTLAND. Nachdem der Fahrzeugabsatz in den USA im Januar durch massive Verkaufsförderung noch auf Vorjahresniveau gehalten werden konnte, brach er im Februar um 13 Prozent ein.

Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen nunmehr, dass die Gewinnschwelle nur knapp überschritten wird. Das heißt, dass das Autogeschäft noch tiefer ins Minus sinken wird und der Gewinn aus dem hochprofitablen Finanzierungsgeschäft kaum noch ausreicht, um die Verluste zu kompensieren. Analyst Ron Tadross von der Bank of America stellte die GM-Aktie prompt auf „Verkaufen“.

In Detroit verkündete GM-Konzernchef Rick Wagoner prompt einen personellen Umbau in der Fahrzeugentwicklung. Es soll, wie er erklärte, die Erneuerung der Modellpalette beschleunigen und durch weltweite Synergien Kosten senken. Die Veränderungen bringen einen weiteren Machtzuwachs für GM-Vize Robert Lutz, der aus dem Ruhestand geholt worden war, um für frischen Wind in der Entwicklung zu sorgen.

GM lieferte im Februar das schlechteste Verkaufsergebnis aller großen Automarken ab. Ford verkaufte drei Prozent weniger, während Daimler-Chrysler, Toyota und Nissan kräftig zulegten. Entsprechend nahm der Marktanteil von GM gegenüber dem Vorjahr von 26,9 auf 25,1 Prozent ab und liegt damit weit unter den internen Zielvorgaben von 29 Prozent. Wichtigste Gründe für das schlechte Abschneiden des Marktführers sind eine überalterte Modellpalette und der Versuch, die Verkaufsanreize zurückzufahren. „Ohne hohe Rabatte laufen vor allem die großen Fahrzeuge nicht mehr“, sagte ein GM-Händler. Wegen der hohen Benzinpreise entscheiden sich immer mehr Käufer für abgespeckte Freizeitfahrzeuge auf PKW-Basis, von denen GM nur wenige im Programm hat.

Als Antwort auf die wieder schwellende Halde unverkaufter Fahrzeuge will GM die US-Produktion, die bereits um neun Prozent unter dem Vorjahr liegt, um weitere drei Prozent kürzen. Zusätzlich kündigte Firmensprecher Stefan Weinmann die Schließung eines Montagewerkes in Lansing, Michigan, an. Die 3 000 Beschäftigten, die nach dem Tarifvertrag nicht entlassen werden können, werden auf Firmenkosten nach Hause geschickt.

Weil US-Autokonzerne Umsatz buchen, wenn sie die Fahrzeuge an ihre Händler ausliefern, machen sich Produktionskürzungen unmittelbar in den Ergebnissen bemerkbar. Außerdem: Für die Krankenversorgung der Betriebsrentner wird GM in diesem Jahr mehr als fünf Mrd. Dollar ausgeben müssen. Zusätzlich belasten hohe Verluste in Europa den Konzern, dessen Gewinn im vierten Quartal 2004 um fast 40 Prozent absackte. GM hofft, dass die geplanten Einschnitte in Europa noch in diesem Jahr die Ergebnisse deutlich verbessern werden.

Der Konzern, der seine in den USA jüngst wieder erfolgreiche Nobelmarke Cadillac auch verstärkt in Europa anbieten will, hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass er ein Cadillac-Modell bei Saab in Schweden bauen lassen will.

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