Zweistelliges Gewinn- und Umsatzplus
Eon gibt bei Endesa nicht auf

Höhere Strom- und Gaspreise haben im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn des Energieriesen Eon kräftig anwachsen lassen. Von dem guten Ergebnis sollen auch die Aktionäre profitieren. Nach langem Kampf gegen politische Widersacher in Spanien will sich Eon-Vorstandschef Wulf Bernotat die Übernahme von Endesa auch durch immer neue Konkurrenz nicht vereiteln lassen.

HB DÜSSELDORF. Eon habe seine Pläne trotz aller Widerstände seine Pläne konsequent vorangetrieben. „Von diesem Kurs lassen wir uns auch durch die Entwicklung der letzten Woche nicht abbringen“, sagte Bernotat am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. Enel war vergangene Woche bei Endesa eingestiegen und hat sich rund 22 Prozent an dem größten spanischen Versorger gesichert.

Die EU-Kommission hat parallel im Streit über Hürden für die von Eon geplante Übernahme des Versorgers Endesa den Druck auf die spanische Regierung weiter erhöht. Die EU-Behörde verschärfte am Mittwoch in Brüssel ein Verfahren wegen Verstoßes gegen den EU-Vertrag und drohte mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Sie will damit erreichen, dass Spanien Auflagen für die Übernahme fallen lässt. Die Regierung bekam dafür noch sieben Arbeitstage Zeit.

Rückenwind erhält der größte deutsche Energiekonzern auch durch die Ergebnisse des vergangenen Jahres, die es in der prall gefüllten Konzernkasse weiter klingeln lassen. Der Umsatz stieg dank erhöhter Strom- und Gaspreise um 21 Prozent auf 67,8 Milliarden Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte zwölf Prozent auf 8,2 Milliarden Euro zu. Im laufenden Jahr sollen das bereinigte Ebit und der Überschuss leicht zulegen.

Während die Geschäftszahlen über den Erwartungen der Analysten lagen, hätten Experten bei der Dividende von Eon mehr Großzügigkeit erwartet. Der Dax-Konzern will 3,35 Euro je Papier zahlen. Analysten hatten mit 3,43 Euro gerechnet. Für 2005 hatte Eon einschließlich einer Sonderdividende sieben Euro gezahlt. Die Eon-Aktie legte um knapp zwei Prozent auf 98,55 Euro zu.

Übernahmekampf ist dominierendes Thema

Mehr als die Zahlen stand die weitere Strategie bei der Endesa-Übernahme im Mittelpunkt der Bilanzpressekonferenz, zu der auch zahlreiche spanische Journalisten anreisten. Eon ließ am Vorabend seine Forderung nach einer Satzungsänderung bei Endesa fallen, die Enel und die spanische Acciona mit ihren 21 Prozent möglicherweise verhindern könnten. „Deshalb konzentrieren wir unsere Anstrengungen jetzt auf das Erreichen einer größtmöglichen Annahmequote“, sagte Bernotat. Eon will sich mindestens 50,01 Prozent der Endesa-Papiere sichern und damit in die Weltspitze der Strom- und Gasversorger aufrücken.

Eon will 41 Milliarden Euro für Endesa zahlen, dem Konzern sind aber die Hände gebunden: Weder dürfen die Düsseldorfer nach spanischem Recht Endesa-Aktien während des laufenden Angebots kaufen, noch dürfen sie ihre Offerte über 38,75 Euro je Aktie erhöhen. Enel und Acciona könnten Eon daher zusammen mit einigen anderen Anteilseignern die Mehrheit an Endesa streitig machen. Beiden haben erklärt, ihr Paket möglicherweise auf je knapp 25 Prozent auszubauen.

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