Zweite Studie stellte kein Risiko fest
Schwerer Schlag für Pfizer

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat wegen eines erhöhten Herzinfarktrisikos die Versuche zur Krebsvorbeugung mit seinem Arthritis-Medikament Celebrex an Testpatienten gestoppt. Der Kurs der Aktie sackte daraufhin um mehr als 17 % auf 24,05 Dollar ab. Nicht die einzige Hiobsbotschaft aus der Pharmabranche - auch Eli Lilly und Astra Zeneca schockieren die Märkte.

HB NEW YORK. Bei einem Langzeitversuch zur Krebsvorbeugung habe sich ein doppelt so hohes Risiko eines Herzinfarktes, teilweise mit tödlichen Folgen, ergeben, wie bei Patienten, denen Placebos verabreicht wurden, teilte Pfizer am Freitag in New York mit. Das Ergebnis der Risiko-aufzeigenden Studie sei überraschend gewesen. Zur Möglichkeit eines Rückrufs des Medikaments wollte sich der Konzern nicht äußern.

Wegen der nachteiligen Nebenwirkungen seien die von Nationalen Krebs-Institut unterstützten Tests mit Patienten eingestellt worden. Bei einem zweiten Versuch, bei dem geprüft werden sollte, ob das Medikament, das Pfizer Milliarden-Umsätze bringt, Krebs verhindern kann, sei kein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko festgestellt worden.

Erhöhte kardiovaskuläre Risiken traten auf, als Celebrex an Krebspatienten über einen längeren Zeitraum in höheren Dosen getestet wurde. Patienten wurde das Schmerzmittel in Dosen zwischen 400 und 800 mg pro Tag verabreicht. In den USA ist Celebrex in einer Tagesdosierung von bis zu 800 mg täglich für die Behandlung des seltenen Zwölffingerdarm-Krebses zugelassen. Verbreiteter ist der Cox-"-Hemmer "Celebrex" zur Behandlung von Atrithis und als Schmerzmittel: Hier sind zwischen 100 und 400 mg vorgesehen.

In der zweiten Studie, bei der keine Risiken festgestellt wurden, seien den Patienten Dosen von 400 mg am Tag verabreicht worden, teilte das Unternehmen weiterhin mit.

Neben Pfizer haben auch Eli Lilly und der britisch-schwedische Konkurrent Astra Zeneca weitere weltweit führende Pharmakonzerne die Märkte mit negativen Nachrichten über Schlüsselmedikamente schockiert. Die Aktienkurse der gesamten Branche reagierten am Freitag mit empfindlichen Einbußen. AstraZeneca meldete einen Rückschlag in einer klinischen Studie mit seinem Krebsmedikament Iressa. Eli Lilly kündigte an, sein Medikament Strattera mit einem Warnhinweis zu versehen.

In einer großen klinischen Studie habe das Medikament Iressa gegen Lungenkrebs im Vergleich mit einem Placebo keine signifikanten Vorzüge bei der Überlebensdauer gezeigt, teilte AstraZeneca mit. Das Unternehmen werde sich nun mit den Aufsichtsbehörden über die Auswirkungen der Studienergebnisse beraten. Es habe aber vor, weiterhin allen Patienten, die ihre Behandlung fortzusetzen wünschten, Iressa zukommen zu lassen. „Die Studie war gut aufgebaut, die Daten sind solide, und es gibt keine methodische Erklärung für diese Ergebnisse“, erklärte der Leiter der Studie, Nick Thatcher. An der so genannten Isel-Studie nahmen insgesamt 1 692 Lungenkrebspatienten teil.

Der Pharmakonzern Eli Lilly kündigte nach zwei Fälle von Lebererkrankungen an, einen Warnhinweis auf der Verpackung seines Medikaments gegen Konzentrationsstörungen und Hyperaktivität, Strattera, anzubringen. Patienten mit Gelbsucht oder einer Leberschädigung sollten das Medikament nicht einnehmen.

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