Zweites Quartal
Qiagen profitiert von der Schweinegrippe

Besser als die Analystenschätzungen: Der Biotechzulieferer Qiagen hat seinen Gewinn je Aktie im zweiten Quartal und binnen Jahresfrist um ein Fünftel gesteigert. Dabei profitierte das TecDax-Unternehmen unter anderem von der Schweinegrippe.

HB FRANKFURT. Der Biotechzulieferer Qiagen hat sich nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal etwas optimistischer für 2009 gezeigt als noch vor kurzem. "Die von uns adressierten Märkte zeigten eine stabile wirtschaftliche Entwicklung und Nachfrage", sagte Firmenchef Peer Schatz am Montag. Qiagen profitierte unter anderem von kräftiger Nachfrage nach Tests zum Nachweis von Infektionskrankheiten wie der Schweinegrippe. Daneben stellt Qiagen auch Technologie zur Isolierung von Erbmaterial für die Pharmaindustrie, Krankenhäuser und Universitäten her.

Das Unternehmen steigerte im zweiten Quartal seinen bereinigten Gewinn je Aktie binnen Jahresfrist um ein Fünftel auf 24 US-Cent. Damit übertraf Qiagen den Durchschnitt der Analystenschätzungen um drei Cent. Auch der Umsatz wuchs stärker als von den Experten prognostiziert - er legte um zehn Prozent auf 240,2 Mio. Dollar zu. Die bereinigte operative Rendite lag im zweiten Quartal erstmals bei knapp 30 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2009 erwartet die Konzernführung nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 90 bis 94 US-Cent, wie das Unternehmen mitteilte. Bislang wurden 88 bis 94 US-Cents in Aussicht gestellt. Qiagen rechnet jetzt mit einem Jahresumsatz von 930 bis 970 Mio. Dollar - bisher waren es 920 bis 970 Mio. Dollar. Dies gilt, obwohl wegen des Verkaufs einer Produktlinie dieses Jahr rund zehn Mio. Dollar Umsatz wegfallen werden. Im vergangenen Jahr hatte Qiagen 893 Mio. Dollar umgesetzt und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 80 Cent erwirtschaftet.

"Das Umsatzwachstum bei Kunden aus der molekularen Diagnostik war am stärksten", sagte Firmenchef Schatz zum zweiten Quartal. Wichtigstes Produkt waren Vorsorgetests auf Gebärmutterhalskrebs, bei denen Qiagen inzwischen in Europa auf einen Marktanteil von 70 bis 80 Prozent kommt. Qiagen ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Anbieter von Gentests auf Influenza A. Damit können auch Patienten identifiziert werden, die wegen der Schweinegrippe behandelt werden müssen.

Qiagen profitierte außerdem vom jüngsten Trend zur personalisierten Medizin etwa in der Krebsbehandlung. So stellt Qiagen Gentests her, mit denen Darmkrebsfälle bestimmt werden können, die voraussichtlich am meisten von einer Behandlung mit dem Krebspräparat Erbitux von Merck oder vom Mittel Vectibix des US-Biotechkonzerns Amgen profitieren können. Qiagen rechnet sich mit Gentests in diesem Feld große Wachstumschancen aus.

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