Für den Erfolgsfall hat sich die AOK von den Herstellern schon mal umfassende Lieferzusagen garantieren lassen. Diese Zusage fiel Ewers relativ leicht, da Teva in Ungarn und Italien Produktionsstandorte mit EU-Zulassung besitzt.
Auffällig ist, dass der Zuschlag ausschließlich an Firmen ging, die wie Teva, Actavis oder Biomo bisher kaum Medikamente in Deutschland verkaufen. Laut Insight Health liegt der Marktanteil der elf Rabattfirmen unter fünf Prozent. Die großen Drei beteiligten sich an der Ausschreibung nicht. „Wir beobachten das, aber Rabattverträge müssen sich für beide Seiten lohnen“, sagte ein Stada-Sprecher. „Wenn die Gruppe der Rabatthersteller es schaffen sollte, einen Marktanteil von zehn bis 15 Prozent zu erreichen, werden die Großen die Rabattverträge nicht mehr ignorieren können“, sagt Pharmaexperte Rost.
Sturm im Pillenglas
Oligopol: Nachahmermedikamente (Generika) haben in Deutschland eine lange Tradition. Daher wird der Generika-Markt von den Traditionsmarken Hexal, Ratiopharm und Stada dominiert. Hexal gehört inzwischen zum Schweizer Novartis-Konzern, Merckle und Stada sind noch in deutscher Hand.
Herausforderer: Zu den elf Firmen, die sich als AOK-Lieferanten verpflichten ließen, gehören ausländische Firmen wie Teva, Actavis, Basics. Aber auch Mittelständler wie Biomo, Dr. Eberth, Grewel Meusebach und Wörwag wollen den Rabattvertrag nutzen, um den großen Herstellern Marktanteile abzujagen.

