„Zwilling“-Hersteller
Werhahn profitiert vom Bauboom

Der Aufwärtstrend im Baugewerbe sorgt beim Neusser Traditionskonzern Werhahn für eine Ertragswende. Das Ergebnis lag 2006 deutlich über Vorjahresniveau. Das Eigenkapital verzinste sich nach Berechnungen des Handelsblatts mit gut 20 Prozent - ein Wert, von dem der ebenfalls familiengeführte Mischkonzern Dr. Oetker nur träumen kann.

cs DÜSSELDORF. „Das Ergebnis vor Steuern lag trotz der gestiegenen Abschreibungen deutlich über dem Vorjahresniveau“, sagte Finanzvorstand Michael Werhahn. Im Jahr zuvor hatte der Mischkonzern noch einen Ertragsrückgang beklagt. Auslöser für das Wachstum war 2006 die starke Nachfrage nach Baustoffen, wo Werhahn in den Marktsegmenten Naturstein, Schiefer und Asphalt mitmischt. Dort habe vor allem die Fußballweltmeisterschaft für eine Sonderkonjunktur gesorgt, sagte Vorstandsmitglied Peter Vos. Das Geschäft mit Natursteinen sei um 14 Prozent gewachsen. Durch die Übernahme der restlichen Anteile an der Ex-Strabag-Tochter Deutag sei man sogar um 38 Prozent gewachsen. Und auch der Schiefer-Umsatz, der in den vergangenen zehn Jahren stagnierte, legte um zehn Prozent zu.

Für den mehr als 160 Jahre alten Traditionskonzern, der sich in acht Branchen vom Ladenbau bis hin zu Schneidewaren („Zwilling“), Backprodukten („Diamant“), Spezialchemie und Bankgeschäften engagiert, ist damit das Baustoffgeschäft zur tragenden Säule geworden. 55 Prozent der 2,4 Mrd. Euro Gesamterlöse setzte Werhahn dort um. Und auch für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich der Konzern für diese Sparte optimistisch. Der Bauboom habe sich im zweiten Quartal 2007 zwar etwas abgeschwächt, berichtet Vos, dennoch liege der Umsatz mit Baustoffen in den ersten fünf Monaten über dem Vorjahresniveau. Besonders der milde Winter habe die Nachfrage beflügelt.

Wie ertragreich das Geschäft für den 300-köpfigen Werhahn-Clan im vergangenen Jahr verlief, lässt sich allerdings nur auf Umwegen ermitteln. Nach Berechnungen des Handelsblatts blieb dem Konzern unterm Strich – nach Abzügen für Material- und Personalaufwand, Abschreibungen, Zinsen und latenten Steuern – ein Vorsteuerergebnis von 331 Mill. Euro. Vernachlässigt man die davon noch abzuziehenden – nicht bezifferten – „sonstigen Aufwendungen“ für Werbung und Instandhaltung, verzinste sich das Eigenkapital von 1,6 Mrd. Euro danach mit gut 20 Prozent.

Zum Vergleich: Der ebenfalls familiengeführte Mischkonzern Dr. Oetker hatte am Vortag berichtet, das Renditeziel von zwölf Prozent 2006 verfehlt zu haben.

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