Zwischenbericht
Pharmakonzern Merck & Co hebt Prognosen an

Der amerikanische Pharmariese Merck & Co hat im vergangenen Quartal einen überraschend hohen Gewinn erzielt. Für das Unternehmen ist das Grund genug, auch die Erwartungen für das Gesamtjahr anzuheben.

HB NEW YORK. „Eine große Bandbreite unserer neueren und älteren Produkte hat im zweiten Quartal erneut kräftiges Wachstum gebracht“, kommentierte Firmenchef Richard T. Clark am Montag die Geschäftsentwicklung.

Das Ergebnis kletterte im Zeitraum April bis Juni binnen Jahresfrist um zwölf Prozent auf 1,68 Mrd. Dollar, wie der in Whitehouse Station im Bundesstaat New Jersey ansässige Konzern mitteilte. Pro Aktie verblieb ein Gewinn von 77 Cent. Für das Gesamtjahr sagte Merck nun ein Ergebnis je Anteilsschein ohne Sonderposten von 3,00 bis 3,10 Dollar voraus. Dies entspräche einem Zuwachs von 19 bis 23 Prozent. Bislang hatte Merck 2,75 bis 2,85 Dollar in Aussicht gestellt. Bei Investoren kamen Zahlen und Geschäftsausblick gut an: Die Merck-Aktie zog um gut fünf Prozent an.

In den Geschäftszahlen zum zweiten Quartal sind auch Rückstellungen von weiteren 210 Mill. Dollar für Anwalts- und Gerichtskosten wegen der Verfahren um das vom Markt genommene Schmerzmittel Vioxx enthalten. Gegenwärtig ist der Konzern mit rund 27 000 Klagen von Patienten konfrontiert, die Krankheiten auf die Einnahme des einst häufig verschriebenen Arthritis-Mittels zurückführen. Merck hatte Vioxx im September 2004 vom Markt genommen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Einnahme des Medikaments das Herzinfarkt-Risiko verdoppelt. Ohne Sonderposten verdiente Merck & Co 82 Cent im Quartal. Analysten hatten im Schnitt mit zehn Cent weniger gerechnet. Der Konzernumsatz nahm um sechs Prozent auf 6,11 Mrd. Dollar zu. Den Absatzrückgang bei seinem Cholesterinsenker Zocor, der inzwischen im harten Wettbewerb mit günstigeren Nachahmern steht, konnte Merck & Co mit anderen Mitteln mehr als wettmachen.

Zu den wichtigsten Umsatzstützen im Quartal gehörte das Asthma-Mittel Singular. Dessen Erlöse legten um 15 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar zu. Die Einnahmen mit den Medikamenten zur Regulierung des Blutdrucks, Cozaar und Hyzaar, nahmen um acht Prozent auf 847 Mrd. Dollar zu. Mit seinem neuen Diabetes-Präparat Januvia kam Merck auf Erlöse von 144 Dollar im Quartal. Mit Impfstoffen setzte der Konzern im zweiten Quartal eine Milliarde Dollar um - das sind fast drei Mal so viel wie vor einem Jahr. Allein 358 Mill. Dollar steuerte dabei der Impfstoff Gardasil zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bei.

Unterdessen verzeichnete auch der US-Wettbewerber Schering-Plough dank kräftiger Nachfrage nach den Cholesterin-Präparaten Zetia und Vytorin sowie Mitteln gegen Allergien und Arthritis einen deutlichen Gewinnanstieg. Der Nettogewinn kletterte im zweiten Vierteljahr auf 517 Mill. Dollar von 237 Mill. Dollar, wie der Kenilworth im Bundesstaat New Jersey ansässigen Konzern mitteilte. Der Umsatz wuchs um 15 Prozent auf 3,8 Mrd. Dollar. Die Aktien legten um 1,8 Prozent auf 32 Dollar zu. Schering-Plough ist der Partner des Leverkusener Bayer-Konzerns für eine Reihe von dessen Allgemeinarzt-Präparaten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%