Zwischenbilanz
Arcelor-Mittal erwirtschaftet Milliarden

Arcelor-Mittal, die frisch fusionierte Nummer eins der Stahlbranche, hat erstmals eine gemeinsame Bilanz vorgelegt. Im ersten Halbjahr – dem Zeitraum des Übernahmekampfs um Arcelor – liefen die Geschäfte nach eigenen Angaben glänzend. Das spiegelte sich aber nicht in allen Zahlen wider.

HB AMSTERDAM/LUXEMBURG. Arcelor-Mittal wies einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (Ebitda) in Höhe von 5,5 Mrd. Euro aus. Für das gesamte Jahr werden zwischen 12 und 12,5 Mrd. Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mit. Der Umsatz lag laut der gemeinsamen Pro-Forma-Bilanz bei 35,2 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Steuern bei 3,3 Mrd. Euro.

Arcelor solo hat im Halbjahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 2,84 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das ist weniger als im Vorjahreszeitraum mit 3,4 Mrd. Euro. Doch entspreche die Summe den Plänen, hieß es am Mittwoch vom Unternehmen. Angesichts der geringen Verkaufspreise sei dies ein „hervorragendes Ergebnis“. Der Umsatz stieg deutlich von 16,8 auf 20 Mrd. Euro. Für die zweite Jahreshälfte werden bessere Gewinne erwartet.

Mittal Steel, der nach Produktionsvolumen größere der beiden Konzerne, hat im gleichen Zeitraum ebenfalls weniger verdient als ein Jahr zuvor, aber mehr als erwartet. Nach Angaben vom Mittwoch sank der Überschuss in den ersten sechs Monaten von 2,2 auf 1,7 Mrd. Dollar. Der Umsatz stieg hingegen von 14 auf 17,7 Mrd. Dollar. Im zweiten Quartal für sich betrachtet lief es besser: Hier lag der Überschuss bei 1,015 Mrd. Dollar nach 743 Mill. im ersten Jahresviertel, ein Plus von fast 35 Prozent. Das liegt rund 200 Mill. Dollar über den Erwartungen der Analysten. Firmenchef Lakshmi Mittal sprach von einem „starken Ergebnis“. Der operative Gewinn legte sogar um fast 50 Prozent auf 1,52 Mrd. Dollar zu. Den Umsatz bezifferte das Unternehmen im zweiten Quartal auf 9,23 Mrd. Dollar.

Gute Nachrichten auch von der Fusionsfront: Die USA haben den Zusammenschluss von Mittal und Arcelor genehmigt. Das Justizministerium erklärte am Dienstag, es habe keine Einwände, so lange Mittal eines seiner Werke in Nordamerika abstoße. Die EU hatte das Vorhaben bereits abgesegnet. Mittal hatte jüngst mitgeteilt, es halte 92 Prozent der Arcelor-Aktien. Mittal zahlt für den Zusammenschluss rund 26 Mrd. Euro; der Konzern des indischen Milliardärs Lakshmi Mittal hatte sein Angebot mehrfach erhöht, weil Arcelor sich unterbewertet sah und mit dem russischen Severstal-Konzern einen Mitbieter herangeholt hatte.

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