Zwischenbilanz
Autokäufer verschmähen Nissan

Nissan hat Probleme. Zwar ist das Unternehmen immer noch einer der profitabelsten Autobauer der Welt. Doch das abgelaufene erste Geschäftsquartal hat das makellose Image angekratzt: Die Verkäufe sanken, der Betriebsgewinn auch. Ob die Situation gerade durch die geplante Dreier-Allianz zwischen Renault, Nissan und General Motors besser wird, bezweifeln Branchenkenner.

HB/bas TOKIO. Vor allem der Mangel an neuen Modellen schlug bei Japans zweitgrößtem Autobauer negativ zu Buche und führte im ersten Quartal weltweit zu einem Absatzrückgang um 6 Prozent auf 826 000 Autos. Dies soll aber im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres, das noch bis Ende März 2007 läuft, anders werden, versprach das Unternehmen. Insgesamt sind acht frische Modelle geplant, die die Ergebnisse wieder nach oben ziehen sollen. Nissan bekräftigte daher am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen auch die Prognose eines geringen Gewinnwachstums im Gesamtjahr.

Den Betriebsgewinn für das erste Geschäftsquartal bezifferte der Konzern, der zu 44 Prozent Renault gehört, mit 153,35 Mrd. Yen (1,04 Mrd. Euro). Dies sind 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und gut 20 Mrd. Yen unter den Analystenprognosen. Unter dem Strich verdiente Nissan wegen Sonderfaktoren mit 110,15 Mrd. Yen (746 Mill. Euro) aber rund 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg ebenfalls und zwar um 3,1 Prozent auf 2,21 Billionen Yen (15 Mrd. Euro).

Nissan dürfte nach Einschätzung von Analysten wegen des Fehlens neuer Modelle der einzige der großen japanischen Autobauer sein, der operativ im Vierteljahr von April bis Juni einen Gewinnrückgang hinnehmen muss. Die Konkurrenz konnte dagegen voraussichtlich von einem schwachen Yen und starken Zuwächsen in den USA profitieren. Auf dem weltgrößten Automarkt nehmen vor allem Toyota und Honda den US-Herstellern Ford, GM und Chrysler mit spritsparenden Modellen zunehmend Marktanteile ab.

Auch Nissan will in diesem Jahr in den USA, wo der Konzern mehr als die Hälfe seines Gewinns erzielt, drei überarbeitete Autos präsentieren, darunter den Infiniti G35 Sport-Coupe. Doch Analysten haben Zweifel, ob Nissan damit nicht zu spät kommt. Der zunehmende Preiskampf auf dem US-Automarkt werde die Japaner ebenfalls zu Abschlägen zwingen, was auf die Margen drücke, argumentieren die Experten. Doch Nissan-Chef Carlos Ghosn, der auch an der Spitze von Renault steht, hat derartige Befürchtungen wiederholt als unbegründet zurückgewiesen. Er setzt derzeit vielmehr darauf, künftiges Wachstum durch die angestrebte Dreier-Allianz Renault-Nissan-GM zu erreichen. Erste Gespräche hierüber mit dem Chef des weltgrößten Autobauers, Rick Wagoner, hat er bereits geführt. Eine Entscheidung wird frühestens Mitte Oktober erwartet.

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