Zwischenbilanz
Bildröhren-Tochter belastet Philips

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat im ersten Quartal unterm Strich weniger verdient als erwartet. Grund ist eine Sonderbelastung durch eine Tochter. Für das restliche Jahr sieht sich das Unternehmen aber im Plan.

HB AMSTERDAM. Seinen Überschuss im ersten Vierteljahr bezifferte Europas größter Elektronikkonzern am Dienstag auf 160 Mill. Euro nach 117 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt allerdings mit 221 Mill. Euro gerechnet. Das schlechte Abschneiden begründete das Unternehmen mit einer 45 Mill. Euro schweren Sonderbelastung im Zusammenhang mit LG Philips Displays. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem koreanischen Elektronikkonzern LG hatte Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet, weil der Markt für Röhrenfernseher und -computermonitore ob des Siegenszugs der Flachbildschirme eingebrochen ist.

„Wenn man das heraus nimmt, wurden die Erwartungen erfüllt. Wenn man auf die Umsätze schaut, sind sie deutlich besser ausgefallen“, sagte Analyst Eric de Graaf vom Brokerhaus Petercam. Beim Umsatz legte Philips stärker als erwartet von 6,64 auf 7,37 Mrd. Euro zu. Analysten hatten im Schnitt nur 7,03 Mrd. Euro erwartet. Bereinigt um Übernahme, Beteiligungsverkäufe und Wechselkursschwankungen stieg der Umsatz um 10 Prozent. Positiv wirkte sich der weltweite Absatz bei neuen Rasierern, Flachbildfernsehern, medizinischen Ausrüstungen und Lampen aus.

Den operativen Ertrag aus seinen Kerngeschäften im ersten Quartal bezifferte Philips auf 335 Mill. Euro gegenüber einer durchschnittlichen Analystenerwartung von 334 Mill. Euro. „Wir sind erfreut, dass wir unsere Dynamik erhalten – mit kräftigem Wachstum und solider Entwicklung in all unseren wichtigen Sparten“, erklärte Konzernchef Gerard Kleisterlee.

Das Ergebnis stützte vor allem eine kräftige Steigerung im Halbleitergeschäft. Hier kletterte das operative Ergebnis von 14 Mill. auf 89 Mill. Euro . Analysten hatten hier im Schnitt allerdings mit einer Steigerung auf 99,4 Mill. Euro gerechnet. Das Geschäft profitierte von Umstrukturierungen und einer Ausweitung seines Produktangebots . Philips hat angekündigt, seine Chipsparte – mit einem Umsatz von 4,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr der neuntgrößte Anbieter der Welt – unabhängig aufstellen und für eine Fusion vorbereiten zu wollen. Der Konzern gab am Dienstag bekannt, er sei auf gutem Wege, die Chip-Sparte bis zum Ende des dritten Quartals abzulösen.

Mittelfristig zeigte sich der Konzern optimistisch. Philips sei auf gutem Wege, was Umsatz und Rentabilität angehe, teilte das Unternehmen am Dienstag mit und bestätigte seine Prognosen vom Januar. Demnach strebt Philips ein Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent an. Bei der Umsatzrendite werden 6 bis 10 Prozent anvisiert.

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