Zwischenbilanz
EADS wird vorsichtig

Das zweite Quartal verlief durchwachsen für den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Der Gewinn ging zurück und parallel die Prognose fürs Gesamtjahr. Grund sind nicht zuletzt Probleme bei den neuen Airbus-Typen. Profiteur der Entwicklung ist Erzrivale Boeing, der seine Zwischenbilanz am Vortag präsentiert hatte. Doch auch hier gab es Schönheitsfehler.

HB/tor MÜNCHEN. Die bisherigen Zahlen deuteten auf einen operativen Jahresgewinn (Ebit) von etwa 3,2 Mrd. Euro hin, teilte der Konzern am Donnerstag in München mit. Damit würde das Ergebnis am unteren Ende der bisher genannten Spanne von 3,2 bis 3,4 Mrd. Euro liegen. Das ist allerdings immer noch mehr als im Jahr 2005, wo EADS operativ 2,85 Mrd. Euro verdiente. Der Umsatz soll sich auf „deutlich“ über 37 Mrd. Euro belaufen, teilte EADS weiter mit. Das „deutlich“ ist neu. Im Vorjahr erlöste der Konzern 34,2 Mrd. Euro.

In der Prognose seien auch die finanziellen Folgen der mehrmonatigen Lieferverzögerungen beim doppelstöckigen A380 enthalten. Weitere Aufwendungen dafür und für die Neuentwicklung des Langstreckenjets A350 seien aber denkbar. Mehrere Kunden hatten EADS beziehungsweise dessen Tochter Airbus zu der Neuentwicklung gedrängt, weil sie ein moderneres und im Unterhalt günstigeres Flugzeug haben wollten. Ursprünglich war geplant worden, nur die vorhandene A330 weiterzuentwickeln, was billiger und schneller gegangen wäre. Nun bekommt die A350 unter anderem einen breiteren Rumpf und neue Triebwerke; als äußeres Zeichen trägt sie den Namenszusatz „XWB“. Erstauslieferung soll 2012 sein und damit 2 Jahre später als geplant.

Der Umsatz im Halbjahr erhöhte sich um 18 Prozent auf 19 Mrd. Euro. Unterm Strich verdiente der Konzern in den ersten sechs Monaten 1,043 Mrd. Euro nach 922 Mill. im Vorjahr. Die wichtigste Sparte Airbus erlöste 13,2 Mrd. Euro nach 11,3 Mrd. Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis von Airbus stieg leicht von 1,4 auf 1,5 Mrd. Euro.

Airbus-Chefs sprechen von soliden Zahlen

Im zweiten Quartal verbuchte EADS einen um vier Prozent niedrigeren Betriebsgewinn von 852 Mill. Euro, der damit etwa im Rahmen der Analystenprognosen lag. Neben den zusätzlichen Aufwendungen für den A380 der Flugzeugtochter Airbus, dessen Auslieferung an die Kunden sich wegen Problemen mit der komplexen Elektronik verzögert, belastete vor allem die Abrechnung zu ungünstigeren Dollar-Wechselkursen.

Die Zahl der Auslieferungen von Airbus-Flugzeugen soll auf 430 gesteigert werden, womit Airbus den Erzrivalen Boeing deutlich überflügeln würde. Allerdings hat der US-Konzern im laufenden Jahr bislang etwa zweieinhalb Mal so viele neue Bestellungen bekommen wie der europäische Konkurrent.

Die EADS-Vorstandschefs Tom Enders und Louis Gallois sprachen angesichts der Sonderlasten von soliden Halbjahreszahlen. „Gemeinsam werden wir die großen vor uns liegenden Herausforderungen – A380, A350 und die Auswirkungen des Dollar-Kurses – angehen“, betonten sie. Der Konzern werde das Vertrauen der Märkte in das Unternehmen wieder herstellen, dessen Fundament sehr stabil sei.

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