Zwischenbilanz
Edelstahl reißt Thyssen-Krupp nach unten

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp hat im ersten Quartal 2005/2006 rund ein Drittel weniger verdient als noch vor einem Jahr. Grund waren vor allem Einbußen bei der Edelstahltochter. Im Gesamtjahr soll jedoch alles beim alten bleiben.

HB DÜSSELDORF. Nachfrageschwäche in Europa und Nordamerika führte zu einem Gewinneinbruch in der Edelstahlsparte, die vor allem Produkte für die Auto-, Elektro- und Haushaltsgeräteindustrie herstellt. Da die nordamerikanischen Werke nicht ausgelastet seien, habe auch die Zuliefer-Sparte Automotive schlechter abgeschnitten, teilte Thyssen-Krupp am Montag mit. Mit Flachstahl macht Thyssen-Krupp hingegen weiter gute Geschäfte.

„Wir haben einen guten bis sehr guten Start in das neue Geschäftsjahr verzeichnet“, sagte trotz der Einbußen Finanzvorstand Stefan Kirsten während einer Telefonkonferenz mit Analysten. Er verwies darauf, dass die Vergleichszahlen aus dem Vorjahresquartal in fast allen Bereichen außerordentlich gut gewesen seien. Auch das laufende Quartal sei gut angelaufen. „Die Zahlen im zweiten Quartal sehen sehr gut aus.“ Der Konzern werde seine bisherige Jahresprognose voraussichtlich im Mai überprüfen.

Der Konzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn vor Steuern und Sondereffekten von 1,8 Mrd. Euro erzielt. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von rund 1,5 Mrd. Euro und einen Umsatz von 43 (42) Mrd. Euro. Die Aktie des Dax-Konzerns reagierte zunächst mit Kursverlusten von mehr als zwei Prozent auf die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal, lag jedoch später fast zwei Prozent ins Plus.

Zu schaffen macht dem Konzern seit längerem die schwache Autokonjunktur in den USA sowie die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten. Die Einbußen beim Edelstahl und der Automobilzulieferung seien erwartet worden, sagte Rochus Brauneiser, Analyst von Kepler Equities. „Die Flachstahlsparte des Konzerns hat sich gut gehalten und auch der Bereich Technologies hat sich positiv entwickelt.“ In dieser Sparte profitierten die Düsseldorfer von der Einbeziehung des Werftenkonzerns HDW und guten Geschäften im Spezial- und Großanlagenbau.

Der Konzern hatte bereits im Januar vorläufige Zahlen vorgelegt, den Überschuss damals aber nicht genannt. Dieser fiel im ersten Geschäftsquartal auf 255 Mill. Euro von 331 Mill. Euro im Vorjahresquartal. In der Sparte Edelstahl verzeichnete Thyssen-Krupp ein Gewinn von sieben Mill. Euro nach 125 Mill. im Vorjahreszeitraum. „Wir erwarten einen Gewinnbeitrag von Stainless in diesem Jahr, selbst wenn er bescheiden ist“, sagte Kirsten.

Thyssen-Krupp verbuchte im ersten Quartal einen Zuwachs bei den Auftragseingängen, was Analysten optimistisch stimmte. Der höhere Auftragseingang in den Sparten Steel und Stainless sollte im laufenden Quartal zu besseren Ergebnissen führen, teilte das Brokerhaus Steubing mit.

Die Düsseldorfer hatten die vergangenen Zuwächse genutzt, um Schulden abzubauen. Der Konzern reduzierte seine Netto-Finanzverbindlichkeiten zum Ende 2005 um 3,5 Mrd. Euro auf 315 Mill. Euro.

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