Zwischenbilanz
Hochtief macht sein Geld in Asien und Australien

Das zweite Quartal lief für den größten deutschen Baukonzern Hochtief sehr gut. Dank des Baubooms in Asien und Australien stieg der Gewinn stärker als erwartet.

HB DÜSSELDORF. Das Ergebnis vor Steuern habe sich im Vergleich zum Vorjahresquartal von 86,7 auf 94,2 Mill. Euro erhöht, teilte der Essener Konzern am Montag mit. Der Überschuss kletterte von 16,3 auf 22 Mill. Euro, der Umsatz von 3,5 auf 3,7 Mrd. Euro.

Die Erwartungen von Analysten konnte Hochtief leicht übertreffen: Experten hatten einen Vorsteuergewinn von 87,7 Mill. Euro, einen Nettogewinn von 20,5 Mill. Euro und einen Umsatz von 3,6 Mrd. Euro prognostiziert.

Kräftige Steigerungsraten wies vor allem das Geschäft in Asien und Australien auf: Hier schoss der Vorsteuergewinn um 43 Prozent auf 88,7 Mill. Euro nach oben. Der Auftragseingang summierte sich hier auf 2,1 Mrd. Euro, 26 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die australische Hochtief-Tochter Leighton habe insgesamt ein Rekordergebnis verzeichnet, teilte der Konzern mit. Aber auch die Region Europa mit dem schwierigen deutschen Baumarkt konnte im zweiten Quartal den Ertrag leicht steigern. Probleme bereitet dem Konzern aber der mautpflichtige Herrentunnel in Lübeck, dessen Verkehrsaufkommen unter den Erwartungen liegt, womit Hochtief auf die erwartete Rendite warten muss.

Wandel im Konzern

„Wir werden die zu Beginn des Jahres angekündigten Ziele erreichen“, versprach Konzernchef Hans-Peter Keitel. Für das Gesamtjahr erwartet Hochtief weiterhin einen Vorsteuergewinn, der den bereinigten Vorjahreswert von 277 Mill. Euro übertreffen soll. Unter dem Strich soll sich der Konzerngewinn dem mittelfristigen Ziel von 100 Mill. Euro „deutlich“ annähern. Das Unternehmen geht zumindest mit gut gefüllten Auftragsbüchern in die zweite Jahreshälfte: Der Auftragseingang stieg in den ersten sechs Monaten deutlich von 3,8 auf knapp 4,6 Mrd. Euro.

Hochtief versucht sich wie der Mannheimer Konkurrent Bilfinger Berger durch ein forciertes Wachstum im Ausland von der schwankenden und witterungsabhängigen Baunachfrage im Inland unabhängiger zu machen. Zudem setzt der Essener Konzern auf Industriedienstleistungen, Gebäudemanagement und vorfinanzierte Infrastrukturprojekte – die Margen sind hier höher als im traditionellen Baugeschäft. Hochtief will dazu auch sein Flughafen-Geschäft weiter ausbauen.

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