Zwischenbilanz
Jenoptik erntet Früchte seiner Schrumpfkur

Der Jenaer Technologiekonzern Jenoptik hat im zweiten Quartal bei Gewinn und Umsatz zugelegt. Die Trennung von der größten Sparte tat dem Unternehmen dabei ganz offensichtlich gut.

HB BERLIN. Der Umsatz zwischen April und Juni stieg um 9 Prozent auf 116 Mill. Euro, teilte der Konzern in Jena mit. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) blieb im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil bei 7,2 Mill. Euro; das Nettoergebnis schnellte von 1,1 auf 5,2 Mill. Euro in die Höhe.

Die Zahlen beziehen sich nach der Trennung von der Anlagenbausparte für die Halbleiterindustrie (M+W Zander) auf die fortgeführten Geschäftsbereiche, im Kern die Optiksparte Photonics, die vor allem Laser, Blitzgeräte zu Verkehrsüberwachung und Militärtechnik herstellt. Mit dem Verkauf von M+W Zander an den Finanzinvestor Springwater Capital hatte der Konzern drei Viertel an Umsatz und Beschäftigten abgegeben. Jenoptik macht sich damit unabhängiger von den Schwankungen der Halbleiterindustrie sowie von dem hohen Kapitalbedarf beim Bau der Fabriken. Mit den Erlösen aus dem im zweiten Quartal abgeschlossenen Verkauf habe Jenoptik seine Nettoschulden um gut 150 Mill. Euro auf 220 Mill. Euro reduziert, teilte das Unternehmen mit.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Jenoptik seine Prognosen, wonach das Ebit – vor Kosten der Konzern-Holding – 38 bis 44 Mill. Euro erreichen und der Umsatz auf 420 bis 450 Mill. Euro steigen soll. Nach früheren Angaben soll das Nettoergebnis zwischen 10 und 15 Mill. Euro betragen.

In den nächsten Jahren will Jenoptik jeweils um rund 10 Prozent wachsen und damit 2007 annähernd eine halbe Mrd. Euro Umsatz erreichen. Dazu sollen auch Unternehmenskäufe beitragen. „Wir haben eine weitere kleine Übernahme im einstelligen Millionen-Euro-Bereich in der Pipeline“, sagte Unternehmenschef Alexander von Witzleben. „Eine große Akquisition planen wir derzeit aber nicht.“ Mitte Juli hatten die Jenaer angekündigt, das französische Messtechnik-Unternehmen Etamic zu kaufen.

„Unterstützt wird der Wachstumskurs gegenwärtig durch eine gute Konjunkturentwicklung der Gesamtwirtschaft und der für Jenoptik relevanten Branchen“, hieß esvom Konzern weiter. Einer der Kunden von Jenoptik ist die Automobilindustrie, die Laser abnimmt. Jenoptik beschäftigt derzeit 2 900 Mitarbeiter.

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