Zwischenbilanz
Morphosys macht Minus

Das Biotechnologie-Unternehmen Morphosys ist im zweiten Quartal wegen geringerer Zahlungen von Kooperationspartnern und hohen Forschungskosten überraschend in die roten Zahlen gerutscht.

dpa-afx MARTINSRIED. "Dennoch übertrifft die aktuelle Geschäftsentwicklung weiterhin unsere Erwartungen. Auf dieser Basis haben wir unsere Finanzprognose für das Geschäftsjahr erhöht", sagte Finanzvorstand Dave Lemus am Freitag laut Mitteilung. Den von Analysten als konservativ bezeichneten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr hatte die 1992 gegründete Morphosys bereits am Vortag angehoben. Im frühen Handel gaben Morphosys-Aktien deutlich nach, was Marktbeobachter mit der Enttäuschung über den Verlust und Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Kursanstieg begründeten.

Entgegen dem von Analysten erwarteten durchschnittlichen Gewinn in Höhe von 0,3 Mill. Euro wies die im TecDax notierte Morphosys im zweiten Jahresviertel einen Verlust in Höhe von 0,4 Mill. Euro aus. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres konnte die Gesellschaft einen Gewinn von 1,345 Mill. Euro verbuchen. Bei einem Umsatzanstieg von 7,9 auf 11,7 Mill. Euro (Prognose: 11,8) sank das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 0,9 Mill. Euro nach 1,4 Mill. Euro im Vorjahr. Damit übertrafen die Martinsrieder die Analystenprognosen von 0,7 Mill. Euro. Das Ergebnis spiegele die ansteigenden Investitionen im Ergebnis des zweiten Quartals wider, sagte Finanzchef Dave Lemus laut Mitteilung.

Aktie Verliert

Mit einem Minus von 3,73 Prozent auf 44,68 Euro rutschte die Morphosys-Aktie im frühen Freitagshandel ins Minus. Ein Analyst sagte mit Blick auf die Zahlen zum zweiten Quartal: "Das Netto-Ergebnis enttäuscht, während das Ebit in Ordnung war."

Für das laufende Geschäftsjahr schraubte Unternehmenschef Simon Moroney die Umsatz- und Gewinnprognose bereits am Vortag nach oben. Der Antikörper-Spezialist erwartet nun dank der Erweiterung der Kooperation mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis einen Überschuss von bis zu fünf Mill. Euro nach bisher 1 Million. Für den Umsatz erhöhte Morphosys die Jahresprognose um zwei Mill. Euro auf bis zu 52 Mill. Euro. Ausgehend von diesen Änderungen soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei bis zu sechs Mill. Euro liegen. In Zukunft wird Morphosys seine Gewinnprognose auf Ebit-Basis kommunizieren. Ebenfalls senkt Morphosys die Prognose für betriebliche Aufwendungen um bis zu drei Mill. auf bis zu 46 Mill. Euro.

Halbjahreszahlen

Für die ersten sechs Monate wies Morphosys dank der Umsatzerlöse der übernommenen Serotec-Gruppe in das Segment für Forschungsantikörper und erfolgsabhängige Zahlungen im therapeutischen Segment einen Anstieg von 72 Prozent auf 26,5 Mill. Euro aus. Auf das AbD-Segment, früher das Segment Forschungsantikörper, mit Serotec, Biogenesis und Antibodies by Design, entfielen 9,0 Mill. Euro oder 34 Prozent des Gesamtumsatzes.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit für die Monate Januar bis Juni stieg auf 5,6 Mill. Euro (VJ: 2,0). Im ersten Halbjahr kletterte der Überschuss von 1,8 Mill. Euro im Vorjahr auf 4,5 Mill. Euro. Am 30. Juni 2006 verfügte die Gesellschaft über 64,9 Mill. Euro an liquiden Mitteln (VJ: 53,6).

Das Unternehmen verfügt über eine Reihe von Technologien, allen voran Hucal, die Humane Kombinatorische Antikörper-Bibliothek, die zur Herstellung von menschlichen Antikörpern genutzt wird. Morphosys unterhält Forschungskooperationen mit Pharmakonzernen wie Roche, Boehringer Ingelheim, Schering und Novartis und mit sechs weiteren der weltweit Größten der Branche.

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