Zwischenbilanz
Philips verkraftet Wandel

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat die Erwartungen der Analysten im zweiten Quartal nur zum Teil erfüllen können. Trotz eines Makels beim Nettogewinn waren die Anleger zufrieden. Das hatte zum einen etwas mit dem fortschreitenden Wandel in Richtung Medizintechnik zu tun; zum anderen aber auch mit einem angekündigten Aktienrückkauf in Milliardenhöhe.

HB AMSTERDAM. Philips' Betriebsgewinn belief sich im zweiten Quartal auf 367 Mill. Euro. Branchenexperten hatten damit gerechnet, dass Philips seinen Gewinn nach 147 Mill. Dollar vor einem Jahr nur auf 333 Mill. steigern kann. Analysten schöpften besonders aus dem Abschneiden der Medizinsparte Hoffnung auf zukünftige Gewinne. „Der Ausblick für die Medizinsparte sollte ein höheres Gewicht haben als die leichte Enttäuschung bei der Verbraucherelektronik“, sagte Victor Bareno von SNS Securities. Der Umsatz wuchs vor allem dank Firmenübernahmen im zweiten Quartal stärker als erwartet von 7,09 auf 7,6 Mrd. Euro Mrd.

Beim Nettogewinn allerdings enttäuschte Philips mit 301 Mill. Euro die Analysten, die hier gut 50 Mill. Euro mehr erwartet hatten. Die Bilanz wurde auch von dem Rekordverlust bei dem Flachbildschirm-Hersteller LG Philips LCD belastet, der zu knapp einem Drittel Philips gehört. Im Vorjahreszeitraum hatte Philips noch 983 Mill. Euro verdient, was zum zum größten Teil (753 Mill. Euro) aber aus einem positiven Einmaleffekt herrührte.

Wandel im Konzern

Unternehmenschef Gerard Kleisterlee zeigt sich zufrieden über den Geschäftsverlauf. Besonders die Medizin- und die Halbleitersparte hätten im zweiten Jahresviertel hohe Gewinnmargen verzeichnet. „Nun beginnt unsere Wandlung in ein marktgetriebenes Gesundheits-, Lifestyle- und Technikunternehmen Früchte zu tragen“, sagte Kleisterlee.

Philips hat zuletzt bei seinen Investitionen den Fokus deutlich verschoben – weg von schwankungsanfälligen Halbleitern und Verbraucherelektronik und hin zu stabileren Branchen mit höheren Gewinnmargen wie Beleuchtung, Medizin- und Haushaltsgeräte. Seine Halbleitersparte will Philips bis Ende des Jahres ausgliedern und wahrscheinlich an die Börse bringen; jedoch ist auch der teilweise Verkauf an Finanzinvestoren möglich. Auch sein deutscher Konkurrent Siemens setzt zunehmend auf das Gesundheitswesen, genauso wie der US-Konzern General Electric.

Philips-Aktien legten am Vormittag in Amsterdam 2,2 Prozent auf 22,70 Euro zu. Die Börsianer zeigten sich nicht zuletzt erfreut darüber, dass Philips ab dem dritten Quartal Aktien über 1,5 Mrd. Euro zurückkaufen will. Es ist schon das zweite Rückkaufprogramm binnen kurzem. Das vorherige Programm belief sich ebenfalls über 1,5 Mrd. Euro.

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