Zwischenbilanz
Thyssen-Krupp will eine halbe Milliarde mehr verdienen

Thyssen-Krupp hat in den ersten drei Monaten des seit Oktober laufenden Geschäftsjahres 2005/2006 wesentlich mehr verdient als gedacht. Die gute Lage soll im Gesamtjahr anhalten.

HB DÜSSELDORF. Der Mischkonzern sieht seinen Gewinn vor Steuern im abgelaufenen ersten Quartal bei über 400 Mill. Euro und hat damit die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen. Im Gesamtjahr will der Konzern weiter einen Vorsteuergewinn von 1,5 Mrd. Euro erreichen. Mittelfristig hob der Konzern sei Ergebnisziel aber auf 2 Mrd. Euro an. „Mittelfristig heißt bei uns drei bis fünf Jahre“, sagte am Freitag ein Konzernsprecher vor Beginn der Hauptversammlung in Bochum. „ThyssenKrupp geht für 2005/2006 von einer insgesamt positiven Geschäftsentwicklung aus“, bilanzierte der Konzern.

Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft vor Steuern und Anteilen Dritter (EBT) liege nach ersten Berechnungen im Quartal bei über 400 Mill. Euro nach 473 Mill. Euro im Vergleichsquartal des Rekordjahres 2004/2005, teilte der Düsseldorfer Konzern mit. Analysten hatten im Durchschnitt nur ein EBT von 361 Mill. Euro prognostiziert.

Der Umsatz lag um 8,1 Prozent höher bei 10,9 Mrd. Euro und der Auftragseingang bei 11,6 Mrd Euro, ein Plus von 6,7 Prozent. Im Gesamtjahr soll der Umsatz eine Größenordnung von 43 Mrd. Euro erreichen. Thyssen-Krupp wolle „mittelfristig einen Gesamtumsatz von 45 Mrd. Euro bis 50 Mrd. Euro erreichen“, bekräftigte Vorstandschef Ekkehard Schulz. Dies solle durch internes Wachstum, aber auch gezielte strategische Akquisitionen erreicht werden. Zuletzt hatte sich der Konzern aus dem Bieterwettstreit um den kanadischen Konkurrenten Dofasco zurückgezogen. Dofasco geht damit an den Stahlriesen Arcelor.

Schulz hatte bereits angekündigt, dass sich der Konzern nach dem Rückzug bei Dofasco noch im laufenden Jahr nach Alternativen für den nordamerikanischen Markt umsehen will. Thyssen-Krupp hatte mit einer Übernahme von Dofasco den Zugang zum nordamerikanischen Automobilmarkt verbessern wollen. Dofasco arbeitet dort eng mit japanischen Autobauern wie Honda zusammen. Davon profitiert nun Arcelor. Spätestens im Mai werde entscheiden, ob der Marktzugang jenseits des Atlantiks über eine Kooperation mit anderen Unternehmen oder den Neubau einer Fabrik geschehen soll, hatte Schulz angekündigt. Im Vorstand gebe es eine „gewisse Präferenz“ für einen Neubau. Beide Alternativen sollen jeweils deutlich weniger als drei Mrd. Euro kosten und damit weit unter dem Preis, den Thyssen-Krupp für Dofasco hätte zahlen müssen. Auch eine stärkere Zusammenarbeit mit der japanischen JFE, dem viertgrößten Stahlproduzenten der Welt, sei geplant.

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