Zwischenbilanz
VW berappelt sich

Der Volkswagen-Konzern hat im ersten Halbjahr seinen Gewinn kräftig gesteigert und dabei die Erwartungen deutlich übertroffen. Das ist insofern erstaunlich, als dass der Autobauer einen Milliardenbetrag für die Sanierung seiner Hauptmarke VW aufgewendet hat. Die Investition scheint sich schneller zu rechnen als gedacht.

HB HANNOVER. Der operative Gewinn vor Sondereffekten wie den Sanierungskosten sei in den ersten sechs Monaten um mehr als 50 Prozent auf rund 2 Mrd. Euro gestiegen, teilte Europas größter Autobauer am Mittwoch in Wolfsburg mit. Das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen sank jedoch um 22,9 Prozent auf 1,03 Mrd. Euro. Unter dem Strich blieben in den ersten sechs Monaten 1,03 Mrd. Euro nach 403 Mill. im Vorjahr übrig. Der Umsatz des Konzerns kletterte im ersten Halbjahr dank gestiegener Absatzzahlen in wichtigen Märkten um 14,2 Prozent auf 51,892 Mrd. Euro.

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen. Diese hatten im Durchschnitt den Ertrag vor Sondereinflüssen bei 1,096 Mrd Euro und nach Sondereinflüssen bei 322 Mio Euro erwartet. Die VW-Aktie legt rund sechs Prozent zu.

Sanierung trägt Früchte

Bei der Sanierung der Kernmarke VW kann der Autobauer mittlerweile Erfolge verbuchen. Im ersten Halbjahr sei der operative Gewinn der Markengruppe Volkswagen – zu der neben VW auch Skoda, Bugatti und Bentley gehören – vor Sonderposten auf 730 Mill. Euro gestiegen. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres hatte VW mit seiner Kernmarkengruppe operativ gerade einmal 169 Mill. Euro verdient. Bei der Markengruppe Audi brummt das Geschäft weiter. Dort steht für das erste halbe Jahr ein operativer Gewinn von 722 Mill. Euro zu Buche.

Die Restrukturierungsmaßnahmen hätten insgesamt mit 1,3 Mrd EUR belastet, hieß es von Volkswagen. Demgegenüber standen allerdings positive Effekte aus Verkäufen von Beteiligungen in Höhe von 300 Mill. Euro.

Großes Sparprogramm

Der Konzern versucht seit Monaten unter anderem mit massiven Kosteneinsparungen und einem Abbau von bis zu 20 000 Stellen die Kernmarke VW wieder nachhaltig in die Gewinnzone zu führen. Neben Altersteilzeit werden den Mitarbeitern auch Abfindungsprämien von bis zu 250 000 EUR angeboten, wenn sie freiwillig aus dem Unternehmen ausscheiden. Mittlerweile haben über 2 000 Beschäftigte dieses Angebot angenommen. Die Arbeitskosten des Autobauers liegen derzeit 20 Prozent höher als bei der Konkurrenz.

Für den Rest des Geschäftsjahres gab sich VW-Chef Bernd Pischetsrieder optimistisch und bekräftigte, dass das operative Ergebnis vor Sonderposten den Vorjahreswert übertreffen werde. Dabei hofft der Konzern unter anderem auf Rückenwind durch steigende Absatzzahlen in Westeuropa und Nordamerika. Mit einem deutlichen Schub rechnet VW auch in China, Südamerika und Südafrika.

Insgesamt hat Volkswagen zwischen Januar und Ende Juni weltweit 2,9 Mill. Fahrzeuge ausgeliefert, knapp 12 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2005. Dabei sei es gelungen, den Marktanteil vor allem in Deutschland und dem Rest Westeuropas zu steigern. In Nordamerika lief es allerdings nicht so berauschend. Hier fuhr der Konzern einen Verlust vor Sonderposten von 317 Mill. Euro ein.

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