Zwischenbilanz
Wella leidet unter Procter & Gamble

Seitdem der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Herr im Hause beim Kosmetikherstellers Wella ist, sehen die Zahlen alles andere als berauschend aus. Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2005/2006 bildet da keine Ausnahme.

HB DARMSTADT. Zwar steigerte Wella von Juli bis Dezember 2005 sein operatives Ergebnis (Ebit) um 9,8 Prozent auf 149 Mill. Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse sowie die Auswirkungen des Konzernumbaus sank das Ebit laut Mitteilung vom Dienstag aber um 29,6 Prozent. Als Hauptgrund nannte das Unternehmen die Anpassung an das Geschäftsmodell des Mutterkonzerns.

Der Umsatz von Wella sank ebenfalls und zwar um 30,3 Prozent auf 1,044 Mrd. Euro. Bereinigt um Währungseffekte betrug der Rückgang 17,2 Prozent. Gründe sind auch hier die Anpassung an das Geschäftsmodell der Amerikaner sowie der nahezu vollständige Übergang des Endkundengeschäfts an Procter & Gamble. Dadurch seien die Wella-Gesellschaften „zunehmend als Kommissionäre, risikoreduzierte Distributeure, Dienstleister sowie Lohn- und Auftragsfertiger für Procter & Gamble tätig“, heißt es in dem Zwischenbericht. „Kommissionärsentgelte und Erlöse aus der Lohnfertigung ersetzen die bisherigen Umsatzerlöse.“

Vorstandssprecher Alfred Krämer bezeichnete den Start in das Geschäftsjahr als verhalten. Zugleich betonte er, wegen der Umstrukturierungen ließen die derzeitigen Umsatzzahlen keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Entwicklung in den Märkten zu. Für das Gesamtjahr und das kommende Geschäftsjahr kündigte er ein spürbar höheres Wachstum an.

Wella hatte im Sommer 2004 einen Beherrschungsvertrag mit Procter & Gamble abgeschlossen. Im vergangenen Dezember beschloss die Hauptversammlung des Darmstädter Unternehmens den Zwangsausschluss der verbliebenen Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung. Dagegen sind derzeit noch mehrere Klagen anhängig.

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