Zwischenfall angeblich „außerhalb der Arbeitszeiten"
Vattenfall bestreitet Trunkenheit auf schwedischem AKW-Gelände

Der europäische Energiekonzern Vattenfall hat Vorwürfe zurückgewiesen, betrunkene Bauarbeiter hätten sich im schwedischen Atomkraftwerk Ringhals aufgehalten. Ein Vattenfall-Sprecher berichtete am Donnerstag in Berlin, alkoholisierte Mitarbeiter einer Fremdfirma hätten außerhalb der Arbeitszeiten in einem Hotel weibliche Reinigungskräfte sexuell belästigt. Die Werksleitung habe daraufhin von der Fremdfirma verlangt, insgesamt acht auffällig gewordene Arbeiter von den Bauarbeiten an dem Atomkraftwerk auszuschließen.

HB BERLIN/STOCKHOLM. Außerdem habe die Werksleitung umgehend die Alkoholkontrollen am Eingang zum Werksgelände verstärkt. „In den schwedischen Kernkraftwerken von Vattenfall herrscht eine strikte „Null Toleranz für Alkohol“, erklärte der Unternehmenssprecher. Dies werde mit regelmäßigen Stichproben überprüft. Auffälligen Personen werde der Zugang zum Werksgelände verweigert.

Schwedische Medien hatten am Mittwoch berichtet, in Vattenfalls wichtigstem schwedischen Atomkraftwerk Ringhals seien mehrere Bauarbeiter in den vergangenen Wochen betrunken erwischt und entlassen worden. Acht Arbeiter seien stark alkoholisiert aufgefallen und hätten außerhalb des Reaktorgeländes in Unterkünften weibliches Reinigungspersonal belästigt.

Der Informationschef von Ringhals, Torsten Bohl, sagte der Zeitung „Göteborgs-Posten“, die Bauarbeiter hätten keinen Zutritt zur Reaktorhalle gehabt, sondern seien ausschließlich am Erweiterungsbau des Reaktors drei beschäftigt gewesen. Die Alkohol- und Drogenkontrollen auf dem Gelände seien nach den Vorfällen verschärft worden.

In Ringhals brannte im vorigen November ein Trafo, der dann explodierte. Das Kraftwerk in Varberg südlich von Göteborg wird gemeinsam von Vattenfall (70 Prozent) und dem deutschen Eon-Konzern (30 Prozent) betrieben. Der Meiler mit vier Reaktorblöcken deckt rund 20 Prozent des gesamten schwedischen Stromverbrauchs ab.

Bereits im Vorjahr hatte es Berichte über Alkoholprobleme im Vattenfall-AKW Forsmark nördlich von Stockholm gegeben. Dort war im Sommer 2006 ein Reaktor beinahe außer Kontrolle geraten. Nach einem Stromausfall sprangen Notaggregate zur Reaktorkühlung nicht an, im Kontrollraum fielen die Computer aus.

Zu dem aktuellen Zwischenfall erklärte Vattenfall: Während der Sommermonate werden umfangreiche Bauarbeiten auf dem Werksgelände des Kernkraftwerkes Ringhals durchgeführt - nicht aber im Reaktorgebäude. Viele der beauftragten Arbeiter und Monteure wohnen währenddessen in einem nahe gelegenen Hotel. Vor etwa zwei Wochen sei die Polizei in das Hotel gerufen worden, da Arbeiter weibliche Reinigungskräfte sexuell belästigt hätten.

Im AKW Ringhals wurden in den vergangenen Monaten des öfteren Probleme registriert. Im November war es nach einem Brand in einem Transformator heruntergefahren worden, im Februar wegen eines Wasserlecks. Ringhals liegt rund 500 Kilometer südwestlich von Stockholm und ist mit seinen vier Reaktoren das größte Kernkraftwerk des Landes.

Wie die schwedische Nachrichtenagentur TT am Mittwoch berichtete, sollen auch im südschwedischen Atomkraftwerk Oskarshamn, an dem Eon, aber nicht Vattenfall beteiligt ist, ab Herbst an den Drehkreuzen alle Mitarbeiter auf Alkohol und Drogen untersucht werden, die im Bereich von Reaktoren, Turbinen und Werkstätten beschäftigt sind. Die Werksleitung in Forsmark will noch abwarten und auf umfassende Alkohol- und Drogenstichproben bei den Arbeitern setzen.

Seite 1:

Vattenfall bestreitet Trunkenheit auf schwedischem AKW-Gelände

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%