Zwölf Patrouillenboote Milliardenauftrag aus Australien an Lürssen-Werft

Bei der Modernisierung seiner Kriegsmarine hat sich Australien jetzt für die Bremer Lürssen-Werft entschieden. Der Milliardenauftrag gilt für eine Flotte von Patrouillenbooten. Zwei Konkurrenten blicken in die Röhre.
Update: 24.11.2017 - 14:03 Uhr Kommentieren
Das erste Schiff soll 2021 an die australische Navy übergeben werden. Quelle: Royal Australian Navy
Lürssen Patrouillenboot

Das erste Schiff soll 2021 an die australische Navy übergeben werden.

(Foto: Royal Australian Navy)

Sydney, BremenDie Bremer Lürssen-Werft hat einen Milliardenauftrag zum Bau von zwölf Patrouillenbooten für die australische Marine bekommen. Die Arbeiten sollen Mitte 2018 zunächst in Adelaide beginnen, teilte Premierminister Malcolm Turnbull am Freitag in Sydney mit. Das Geschäft hat einen Wert von 4 Milliarden australischen Dollar (2,57 Mrd Euro). Lürssen tritt bei dem Projekt als Generalunternehmer auf und ist für die Konstruktion, die Bauleitung und den Gesamtfertigungsprozess verantwortlich. Das erste „Offshore Patrol Vessel“ (OPV) soll 2021 geliefert werden.

Die Patrouillenboote würden „von australischen Arbeitern auf australischen Werften mit australischem Stahl“ hergestellt, erklärte Turnbull. Durch das Projekt sollen an den Standorten Adelaide und Perth 1000 Arbeitsplätze entstehen. Mit dabei sind die Firmen ASC Shipbuilding und Henderson Maritime Precinct.

Die neuen Boote hätten eine größere Reichweite und bessere Leistung als die gegenwärtige Flotte. Ihnen werde „eine wichtige Rolle beim Schutz der Grenzen“ Australiens zugedacht. Die australische Marine könne künftig „umfassendere Operationen unternehmen“. Unklar ist noch, wie viel vom Auftragsvolumen letztlich bei Lürssen bleibt.

Die 12 hochseetauglichen Küstenwachboote sollen die bislang von der Royal Australian Navy eingesetzten Boote der Armidale-Klasse ersetzen. Sie kommen für Grenzschutz- und Patrouillenmissionen, Such- und Rettungsdienste sowie die Katastrophenhilfe zum Einsatz, wie Werft-Geschäftsführer Peter Lürßen sagte. „Der Entscheidung vorausgegangen war ein rund zweijähriges Bewertungsverfahren mehrerer Anbieter und deren eingereichter Entwürfe.“

Die Fertigungsleistungen werden den Angaben zufolge unter Führung der Bremer Werft in Kooperation mit australischen Schiffbauern an zwei Standorten in Australien erbracht. In Bremen sieht man den Auftrag auch als weitere Empfehlung für die Marine-Schiffbausparte. Lürssen baut in diesem Bereich Fregatten, Korvetten, Minensucher und -jäger, Versorgungsschiffe sowie Schnellboote.

Der Auftrag aus Australien zeige, dass das deutsche Know-how im Überwasser-Marineschiffbau gefragt sei und belege die Exportfähigkeit der Produkte, sagte ein Sprecher der IG Metall im Bezirk Küste. In diesem Fall werde zwar die Produktion in Deutschland nicht direkt gesteigert, aber auf jeden Fall die Wertschöpfung. Die große Herausforderung sei es aber grundsätzlich, diese Schlüsseltechnologie in Deutschland zu halten, hieß es mit Blick auf anstehende Investitionsentscheidungen bei der Marine.

Das sind die größten Waffenhersteller der Welt
Platz 10: L-3 Communications
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Der US-Konzern hat vor zwei jahren den Aufstieg in die Reihe der zehn größten Waffenhersteller geschafft. Allerdings hat das Unternehmen aus New York 2015 in der Rüstungssparte mit 8,8 Milliarden US-Dollar etwas weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her.

Quelle: SIPRI Arms Industry Database

Platz 9: Finmeccanica (Italien)
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Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Platz 8: United Technologies (USA)
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US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Platz 7: Airbus Group (Europa)
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Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 6: General Dynamics (USA)
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Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)
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Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Platz 4: Raytheon (USA)
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Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

Die Fr. Lürssen Werft GmbH & Co. KG hatte sich bei der Ausschreibung gegen die niedersächsische Fassmer-Werft und den niederländischen Konkurrenten Damen durchgesetzt. Australien baut seit einigen Jahren seine Seestreitkräfte aus. Im Vorjahr wurde der französische Schiffbauer DCNS mit dem Bau von zwölf U-Booten im Wert von 50 Milliarden Dollar (42,2 Milliarden Euro) beauftragt.

Das 1875 gegründete Familienunternehmen Lürssen mit Sitz in Bremen-Vegesack ist spezialisiert auf die Konstruktion und Fertigung von Yachten ab 60 Metern Länge, Marineschiffen sowie Küstenwachbooten. Seit der Übernahme der Hamburger Werft Blohm+Voss im vergangenen Jahr vereint die Lürssen-Gruppe sechs spezialisierte Werften mit 2800 Beschäftigten in allen norddeutschen Küstenländern.

  • dpa
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