10 Jahre Android-Allianz Geboren aus dem iPhone-Schock

Das Google-Betriebssystem Android hat einen Marktanteil von über 80 Prozent. Für den schnellen Erfolg sorgte auch, dass dahinter eine Allianz aus vielen Unternehmen steht. Doch die Vielfalt hat ihre Nachteile.
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Die treibende Allianz hinter dem Handy-Betriebssystem wurde vor zehn Jahren gegründet. Quelle: dpa
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Die treibende Allianz hinter dem Handy-Betriebssystem wurde vor zehn Jahren gegründet.

(Foto: dpa)

Mountain ViewVor zehn Jahren machte sich Unruhe in der Mobilfunk-Branche breit. Das iPhone von Apple war zwar gerade erst auf den Markt gekommen, aber es wurde bereits deutlich, dass das Smartphone aus Kalifornien das Zeug dazu hatte, das Geschäft komplett umzukrempeln. Großer Touchscreen statt Tastatur: ein ultrakompakter mobiler Computer, der die Smartphone-Revolution erstmals greifbar machte. Den Herstellern bereitete der massive Vorsprung von Apple bei Technologien für diese neue Ära Sorgen. Und Netzbetreibern die Aussicht darauf, die Kontrolle darüber zu verlieren, welche Software auf den Mobiltelefonen läuft.

Die Branche blies zur Aufholjagd. Der damalige Handy-Weltmarktführer Nokia setzte auf seine Betriebssysteme Symbian und Maemo. Microsoft versuchte weiter, mit dem Rückenwind seiner Windows-Plattform in den Smartphone-Markt vorzupreschen. Es gab Platzhirsche wie Blackberry mit seinen bei Managern beliebten Telefonen mit voller Tastatur und hoffnungsvolle Innovatoren wie Palm. Doch am 5. November 2007 formierte sich eine Industriegruppe, die sie am Ende alle schlagen sollte: 34 Firmen bildeten die Open Handset Alliance zur Entwicklung des Mobil-Systems Android.

Die Idee dahinter war, eine quelloffene Software-Plattform zu entwickeln, die Hersteller kostenlos für ihre Geräte nutzen können, um schneller auf den Smartphone-Zug aufzuspringen. Mittelpunkt der Allianz war der Internet-Konzern Google, der bereits 2005 die Firma Android des Entwicklers Andy Rubin gekauft hatte, für nur wenige Dutzend Millionen Dollar. Als das iPhone vorgestellt wurde, sei bei Google bereits ein Android-Telefon in Arbeit gewesen, schrieb der Journalist Fred Vogelstein in einem Buch. Nach dem Apple-Handy sei das Konzept aber nicht mehr brauchbar gewesen.

So machen Sie Ihr Android-Handy wieder flott
Verjüngungskur für betagte Androiden
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Spätestens nach zwei Jahren merkt man Android-Handys ihr Alter oft an. Der Akku hält nur noch den halben Tag durch, und die Navigation wird schwerfällig. Mit ein bisschen Pflege können Nutzer die Geräte allerdings wieder flott bekommen. Hier ein paar Tipps.

Apps löschen
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Smartphone-Nutzer sollten regelmäßig prüfen, ob sie die installierten Apps auch wirklich nutzen. Sie belegen wertvollen Speicherplatz - ist der interne Speicher des Smartphones zu voll, kann das die Geschwindigkeit senken. Außerdem laufen einige Anwendungen im Hintergrund weiter. Deinstallieren oder deaktivieren kann man Apps im „Anwendungsmanager” in den Einstellungen.

Hintergrund-Apps schließen
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Ebenfalls im „Anwendungsmanager” kann man Apps schließen, die im Hintergrund laufen. Das befreit den Arbeitsspeicher, was zur Geschwindigkeit beiträgt. Im Reiter „Alle Apps” wählt man „Aktiviert” - hier kann man nun laufende Programme auswählen und den „Stopp erzwingen”, um sie zu schließen.

Cache leeren
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Sowohl Browser als auch einige Apps nutzen den Cache, um nicht unbedingt notwendige Dateien zwischenzuspeichern. Auch das verbraucht Speicher. Den Cache kann man in den Einstellungen unter „System” leeren.

Dateien auslagern
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Der interne Speicher sollte gerade bei älteren Handys möglichst leer sein. Es empfiehlt sich also, Fotos und Videos entweder auf den Rechner zu übertragen oder, wenn möglich, auf die SD-Karte umzulagern. Unnötige Dateien, beispielsweise aus Whatsapp-Unterhaltungen, können meist auch gelöscht werden. Um gleich mehrere Bilder zu entfernen, öffnet man den entsprechenden Ordner in der Galerie und wählt im Menü „Bearbeiten”. Jetzt kann man Fotos markieren und dann mit einem Befehl löschen.

Akkuverbrauch von Apps
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Android-Nutzer können sich in den Einstellungen ihres Smartphones anzeigen lassen, welche Apps besonders stark am Akku zehren.

Widgets entfernen
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Je mehr Widgets auf dem Home-Screen aktiv sind, desto mehr Rechenkraft braucht Android. Oft reicht es auch, die zugehörigen Apps zu öffnen. Mit einem langen Druck auf das Widget kann es bewegt und dann nach oben geschoben werden, um es zu löschen.

Stattdessen setzte Google auf eine gemeinsame Attacke. Unter den 34 Gründungsmitgliedern der Allianz waren Handy-Anbieter wie Samsung, Motorola und HTC, Netzbetreiber wie T-Mobile, Telefónica und Telecom Italia, Chipkonzerne wie Intel, Qualcomm und Marvel sowie Online-Firmen wie Ebay. Das Konzept war von Anfang an, das mit Hilfe der Plattform Telefone verschiedener Größen und mit oder ohne Tastatur entwickelt werden konnten. Es sollte noch fast ein Jahr dauern, bis das erste Android-Smartphone auf den Markt kam, das Modell G1 mit Touchscreen und ausklappbarer Tastatur.

Danach ging es schneller voran und inzwischen schwankt der Marktanteil der Android-Telefone Quartal pro Quartal zwischen 80 und 85 Prozent, je nachdem, wie frisch ein neues iPhone auf dem Markt ist, dem der Rest des Marktes gehört. An diesem Verhältnis der beiden Plattformen werde sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, prognostiziert Analystin Roberta Cozza vom IT-Marktforscher Gartner.

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