100 Millionen Euro hätten kaum Einfluss auf Ergebnis
Streitwert jagt Konzern keinen Schrecken ein

Die Deutsche Telekom muss den Ausgang des am Dienstag in Frankfurt beginnenden Gerichtsverfahrens kaum fürchten. Der addierte Streitwert der Schadensersatzklagen liegt bei geschätzten 100 Millionen Euro – ein Betrag, den der Bonner Telekommunikationskonzern aus der Portokasse begleichen könnte.

tnt FRANKFURT/M. Denn der auslaufende Abschreibungsbedarf und schwindende Schuldenberge geben allmählich wieder die Sicht auf die eigentliche Ertragskraft des Telekomriesen frei.

Allein in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres erwirtschaftete die Telekom einen Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro. Davon sollen nun auch die Aktionäre etwas haben. Die Telekom will für das Jahr 2004 erstmalig wieder eine Dividende zahlen – voraussichtlich 62 Cent je Aktie.

Auch was die Finanzmittelströme angeht, ist die Telekom ein regelrechtes Kraftpaket: Für das Jahr 2004 rechnet Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick „im Minimum“ mit einem Finanzmittelüberschuss (Free Cash-Flow) von sieben Milliarden Euro. Davor wurden bereits sieben bis acht Milliarden Euro für Investitionen und Zinsen abgezogen. Der Schuldenberg sank im Herbst auf einen Stand von unter 40 Milliarden Euro. Seit Anfang 2003 hat die Telekom damit 23 Milliarden Euro Schulden zurückbezahlt – rund eine Milliarde Euro pro Monat.

Die größte Profitquelle ist trotz sinkender Marktanteile das Festnetzgeschäft, das rund die Hälfte der operativen Gewinne einspielt. Zugleich ist das Festnetz aber auch die größte Baustelle im Konzern: Die Umsätze stagnieren, und Wachstum schaffen alleine schnelle DSL-Internetanschlüsse. Vor kurzem hat die Telekom deshalb beschlossen, die noch börsennotierte Internettochter T-Online zurückzukaufen und wieder in die Festnetzsparte einzugliedern.

Wachstumsmotor im Konzern ist derzeit der Mobilfunk. Mit rund 73 Millionen Handy-Kunden – unter anderem in Deutschland, Großbritannien und den USA – gehört die Telekom auch international zu den großen Anbietern. Die am schnellsten wachsende Auslandstochter ist dabei die in T-Mobile USA umbenannte amerikanische Mobilfunktochter Voicestream. Mittlerweile sind 16,3 Millionen Amerikaner Kunden der Deutschen Telekom.

Im Aktienkurs hat sich die positive Entwicklung der vergangenen zwei Jahre allerdings nur schwach niedergeschlagen. Die Mehrzahl der Analysten hält die T-Aktie für unterbewertet. Doch die Anleger fürchten unter anderem auch eine neue Verkaufswelle von Anteilen des Bundes, der noch gut 26 Prozent der Telekom-Anteile hält.

Quelle: Handelsblatt

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