2. Quartal
Sony Ericsson tief in roten Zahlen

Der Mobiltelefonhersteller Sony Ericsson hat im zweiten Quartal einen hohen Verlust verzeichnet. Probleme machen vor allem die Zulieferer aus Japan.
  • 0

StockholmDer Mobiltelefonhersteller Sony Ericsson ist wegen des verheerenden Erdbebens in Japan überraschend in die Verlustzone gerutscht. Die Folgen der Lieferengpässe hätten jedoch vor allem zu Beginn des Quartals zu Buche geschlagen und der Konzern habe dieses Kapitel nun hinter sich, sagte Konzernchef Bert Nordberg am Freitag. Das Gemeinschaftsunternehmen von Sony und Ericsson blickt dank des gut laufenden Geschäfts mit den margenträchtigen Smartphones optimistisch aufs laufende Vierteljahr. Die internetgängigen Handys machen inzwischen zwei Drittel des Absatzes aus.

Analysten bewerteten den rapide erhöhten Anteil positiv - bislang lag er bei 40 Prozent. „Das Volumen an Smartphones macht Mut, aber Sony Ericsson hat noch eine beachtliche Aufgabe vor sich, die Gewinnmargen wieder aufzubauen und zu erhalten“, sagte Analyst Geoff Blaber von CCS Insight. „Das Produktportfolio sieht jetzt vor dem zweiten Halbjahr recht gut aus“, sagte auch Hakan Wranne von Swedbank Markets. „Wenn sie es schaffen, die Menge um ein paar Millionen Geräte zu erhöhen, sollten sie im Rest des Jahres wieder einen Überschuss machen - nicht viel, aber ein bisschen über Null.“ Fürs zweite Halbjahr kündigte der Handyproduzent eine deutliche Steigerung des Gewinns an, um das Ziel eines höheren Ergebnisses im Gesamtjahr noch zu erreichen.

Analysten hatten in der Vergangenheit häufig die magere Modellpalette bei den gewinnträchtigen Smartphones moniert, die der Konzern mittlerweile aufgemöbelt hat. Vor allem mit dem sich ausbreitenden Android-System von Google steht Sony Ericsson derzeit gut da. Der Konzern sei aber auch offen für ein zweites Betriebssystem, sagte Nordberg. Auch Konkurrent Motorola Mobility setzt mittlerweile verstärkt auf Smartphones. Zu langsam haben dagegen die größeren Rivalen Nokia und LG Electronics auf die teuren Geräte gesetzt - ihnen stehen nun möglicherweise auch Quartalsverluste ins Haus. Nokia legt am kommenden Donnerstag seine Quartalsbilanz vor.

Wegen der Lieferengpässe nach der Erdbebenkatastrophe setzte Sony Ericsson im zweiten Quartal 1,5 Millionen Geräte weniger ab. Mit nur 7,6 Millionen verkauften Telefonen lag der Konzern damit unter allen Prognosen, die zwischen acht und elf Millionen schwankten. Im dritten Quartal rechnet der Handyhersteller aber höchstens noch mit geringen Störungen in der Lieferkette. „Es könnte noch geringfügige Nachwirkungen geben. In unserer Planung liegt das aber hinter uns“, sagte Nordberg Reuters.

Der schwache Absatz bescherte Sony Ericsson erstmals nach fünf aufeinander folgenden Quartalen einen Verlust: Statt dem im Durchschnitt von Analysten erwarteten positiven Ergebnis, stand ein Vorsteuerverlust von 42 Millionen Euro in den Büchern. Allerdings gingen die Prognosen der Experten für dieses von der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe geprägte Quartal ungewöhnlich weit auseinander: Die Schätzungen reichten von einem Minus von knapp 70 Millionen Euro bis zu einem Gewinn von mehr als 70 Millionen. Ericsson-Aktien gaben in Stockholm wie der Markt etwa ein Prozent nach, der Sony-Kurs schloss in Tokio mit einem Plus von 0,6 Prozent und lag damit leicht besser als das Umfeld.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " 2. Quartal: Sony Ericsson tief in roten Zahlen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%