2004/05 erneut Gewinnplus erwartet
Fujitsu Siemens legt bei Vorsteuergewinn zu

Europas größter Computerhersteller Fujitsu Siemens hat die Ertragskraft deutlich gesteigert. Der Umsatz blieb im Geschäftsjahr 2003/04 nach vorläufigen Zahlen zwar nahezu stabil, das Ergebnis vor Steuern aber legte um das siebenfache zu.

HB HANNOVER. Fujitsu-Siemens-Chef Adrian von Hammerstein strebt auch im Geschäftsjahr 2004/05 ein Plus beim Vorsteuergewinn im zweistelligen Prozentbereich an. „Es wird ein gesundes, zweistelliges Ergebniswachstum im nächsten Geschäftsjahr erwartet“, sagte Hammerstein am Donnerstag in einem Reuters-Interview auf der Technologiemesse Cebit in Hannover. Die Nachfrage ziehe wieder an, allerdings sei der Preisdruck in der Branche weiterhin deutlich zu spüren. Im Ende März auslaufenden Geschäftsjahr 2003/04 wird der Vorsteuergewinn seinen Worten nach voraussichtlich auf 57 Mill. € nach acht Mill. im Vorjahr steigen. Unter anderem durch Restrukturierungen konnten die operativen Kosten um vier Prozent gesenkt werden.

Der Umsatz soll nach den Worten Hammersteins 2004/2005 um fünf Prozent steigen und damit ebenfalls fünf Prozent über dem Marktwachstum liegen. Die Planungen basierten auf dem derzeitigen Euro-Kurs. Fujitsu Siemens hat seine Kapazitäten zuletzt der Schrumpfung des Gesamtmarktes von zwölf Prozent angepasst. Notwendige weitere Restrukturierungen würden als Teil eines fortlaufenden Prozesses auch in Zukunft vorgenommen, sagte er. Kapazitätsabbau oder Stellenstreichungen in Deutschland seien trotz des hohen Arbeitskostenniveaus nicht geplant.

Im nahezu abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 erwirtschaftete das Gemeinschaftsunternehmen der japanischen Fujitsu und des deutschen Technologiekonzerns Siemens einen Umsatz von 5,32 Mrd. € nach 5,34 Mrd. € im Vorjahr. Davon entfielen 46 % auf den deutschen Markt. Die endgültigen Zahlen sollen im Mai vorgelegt werden.

Kapazitätsreduzierungen an deutschen Standorten oder gar die Schließung von Fertigungslinien seien trotz der hohen Lohnkosten hierzulande nicht geplant. „Die Fertigung hier ist Teil der weltweiten Wertschöpfungskette“, sagte Hammerstein. Die Nähe zum Markt sei bei bestimmten Produkten einfach entscheidend, fügte er hinzu. Die Beschwerden der Industrie über hohe Lohnkosten in Deutschland nannte er zutreffend. Indes sei der Arbeitsmarkt in seiner aktuellen Form für Fujitsu Siemens anders als von anderen Konzernen oft beklagt ausreichend flexibel. „Wir haben ein saisonal sehr schwankendes Geschäft, bei dem man in Spitzenzeiten schnell sehr viele Leute braucht. Wir haben Wege gefunden, dies innerhalb der aktuellen Rahmenbedingungen möglich zu machen“, sagte Hammerstein.

Fujitsu Siemens beschäftigt rund 1400 Mitarbeiter in Deutschland an Standorten in München, Paderborn und Ausburg. Siemens-Mobile-Chef Rudi Lamprecht hatte am Vortag in einem Reuters-Interview erneut die hohen Lohnkosten in Deutschland beklagt. Siemens verhandelt derzeit mit Arbeitnehmervertretern, um Stellenkürzungen an den Standorten Bocholt und Kamp-Lintfort abzuwenden.

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