2004 vielversprechend angelaufen
Bertelsmann gibt wieder Vollgas

Bertelsmann setzt nach einer Phase bescheidener Geschäfte wieder auf Wachstum und plant dazu auch Zukäufe. Europas größter Medienkonzern Bertelsmann will in den nächsten Jahren vor allem in den schnell wachsenden Märkten Asien und Osteuropa expandieren.

HB BERLIN. „Beide Märkte sind für Bertelsmann nicht mehr unbekannt“, sagte Vorstandschef Gunter Thielen am Dienstag in Berlin. In China soll beispielsweise die Zahl der Buchclub-Mitglieder innerhalb weniger Jahre von 1,5 Millionen auf fünf Millionen klettern. Die Fernsehsparte RTL werde vor allem Osteuropa als Wachstumsfeld im Auge behalten.

Thielen kündigte „mittelgroße Akquisitionen“ und Investitionen in die Kerngeschäfte an. Insgesamt steht bei Bertelsmann für die nächsten drei Jahre ein zusätzliches Investitionsvolumen in Höhe von zwei Milliarden Euro zur Verfügung.

„Wir geben Vollgas in Richtung Zukunft“, sagte Thielen. Nach rückläufigen Umsätzen im Jahr 2003 werde es 2004 wieder zu Umsatzsteigerungen kommen, betonte er. Aber auch das operative Ergebnis, das bereits 2003 um 20 Prozent auf 1,123 Milliarden Euro zugelegt hatte und die Umsatzrendite (2003: 6,7 Prozent) werde sich weiter verbessern. Als Ziel bekräftigte Thielen die Marke von zehn Prozent innerhalb seiner 2007 endenden Amtszeit. „Bertelsmann steht auf einer gesunden Basis: Alle Unternehmensbereich sind profitabel, unsere Finanzen sind in Ordnung. Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf Wachstum“, sagte Bertelsmann-Chef Gunter Thielen auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns am Dienstag in Berlin.

Deutliche Abstriche hatte der Konzern 2003 allerdings beim Reingewinn und beim Umsatz machen müssen: Unter dem Strich sank der Jahresüberschuss drastisch auf 154 (Vorjahr: 928) Mill. €. 2002 war er durch den Verkauf von Anteilen an AOL Europe noch deutlich höher ausgefallen. Aufgrund des schwachen Dollar-Wechselkurses und des Verkaufs des Unternehmensbereichs Bertelsmann Springer schrumpfte der Konzernumsatz zudem auf 16,8 (18,3) Mrd. €. Die Nettofinanzschulden konnte Bertelsmann aber deutlich abbauen: Die Verbindlichkeiten sanken auf 820 Mill. € nach 2,7 Mrd. Ende 2002.

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