2500 Mitarbeiter wechseln
Nortel gibt seine Produktion ab

Der größte nordamerikanische Telekomausrüster wird künftig seine Netzwerk-Technik nicht mehr selbst herstellen. Nortel Networks gibt seine Produktion fast vollständig an den Elektronikkonzern Flextronics ab.

HBOTTAWA. Das kanadische Unternehmen teilte am Dienstag in Ottawa mit, das in Singapur ansässige Fertigungsunternehmen Flextronic werde die Produktionsstandorte in Kanada und Brasilien übernehmen und plane, die Fabriken in Frankreich und Nord-Irland ebenfalls zu kaufen. Nortel wird eigenen Angaben zufolge für die Produktionsstandorte und deren Ausrüstung zwischen 475 und 525 Mill. Dollar in bar im ersten Quartal 2005 erhalten. Für immaterielle Vermögenswerte werde Flextronic weitere 200 Mill. Dollar bezahlen. Die eigenen Transaktionskosten beliefen sich auf ebenfalls rund 200 Mill. Dollar, rund 2500 Mitarbeiter würden zu Flextronic wechseln, teilte Nortel mit. In vier Jahren ergäben sich jährliche Einspareffekte zwischen 75 und 100 Mill. Dollar.

Das Produktionsvolumen von Nortel beläuft sich jährlich auf rund 2,5 Mrd. Dollar. Nortel zählt zu den größten Telekom-Ausrüstern weltweit und verhandelte seit Jahresbeginn über eine Übernahme seiner Produktion mit Flextronic. In den vergangenen beiden Wochen haben Nortel und der weltweit größte Netzwerk-Produzent Cisco zudem über Möglichkeiten für eine Kooperation gesprochen.

An der Börse legten die in Toronto notierten Nortel-Aktien marginal um 1,7 % auf 6,45 kanadische Dollar zu, die an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelten Flextronic-Papiere verbuchten ein Plus von 3,5 % auf 15,90 Dollar.

Wie andere Telekom-Ausrüster hatte Nortel in den vergangenen Jahren unter einem Nachfrageeinbruch gelitten, da sich die hochverschuldeten Telekom-Konzerne mit Investitionen in Netztechnik zurückgehalten hatten. Zudem stellt der kanadische Konzern gegenwärtig seine Unternehmensbilanzen für die vergangenen Jahre neu auf, da Abschreibungen und Rückstellungen in den Bilanzen der Jahre 2000 bis 2003 höher als erforderlich verbucht worden waren. Ende April wurden in diesem Zusammenhang drei Spitzenmanager entlassen. Die Aktien hatten daraufhin fast ein Drittel ihres Werts eingebüßt, machten einen Großteil dieser Talfahrt inzwischen jedoch wieder wett.

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