3,7 Milliarden Dollar Umsatz Starkes Netflix-Ergebnis lässt Tech-Branche hoffen

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Die Expansion in mehr als 200 Länder macht sich bemerkbar

Der größte Teil der Euphorie dürfte auf die Annahmen des Unternehmens für das laufende Quartal entfallen. Wurden im ersten Quartal 64 Cent pro Aktie verdient, sollen es jetzt 79 Cent werden. Das ist mehr als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz wird 200 Millionen Dollar höher angesetzt und mit zusätzlichen 6,2 Millionen Kunden liegt auch die Schätzung für die Neukunden auf hoher Basis. Erneut soll der Großteil der Neukunden (4,27 Millionen) außerhalb der USA erwartet.

Die Brachial-Expansion in mehr als 200 Länder in kürzester Zeit macht sich jetzt, nach anfänglich hohen Verlusten, positiv bemerkbar. Dem wird auch bei den Inhalten Genüge getan. Inhaltechef Ted Sarandos legte offen, man habe in 17 Ländern Filme oder Serien gedreht, um der Internationalität Rechnung zu tragen.

„Unglücklich“ sei der Zwist mit dem Filmfest im französischen Cannes, wo der Serien-Gewinner Netflix nach einer Regeländerung nicht mehr mitmachen darf. Als Antwort darauf wird der Marketingetat von zwei Milliarden Dollar verstärkt international verwendet, um Serien und Filme bekannter zu machen.

Die Konkurrenz schläft nicht, wie CEO Reed Hastings unumwunden einräumte. „Wenn wir faul oder langsam werden, werden wir überrannt, wie jeder andere auch“, warnte er. Der Weg zu Megaerfolgen wie Youtube sei noch weit. Amazon, Disney oder Apple arbeiten verbissen daran, den Erfolg von Netflix zu kopieren. Doch das ist gar nicht so einfach. „Wir geben im Jahr zehn Milliarden Dollar für Inhalte und Marketing aus und nur 1,3 Milliarden Dollar für Technologie“, eröffnete Hastings im Analystengespräch.

Netflix wird also schneller zu Disney als Disney zu Netflix. Was das bedeutet, zeigt die Börsenbewertung: Netflix ist mit rund 140 Milliarden Dollar nachbörslich nur noch gut zehn Milliarden Dollar weniger Wert als der Mickey-Maus-Konzern mit Hollywood-Studios, Kabel- und Sportsendern sowie gigantischen Freizeitparks.

Die Aktionäre sind nicht überzeugt, dass Disney seine Macht schnell genug in die Digitalwelt ausbauen kann. Das Unternehmen will den Vertrag mit Netflix nicht verlängern und 2019 seine Inhalte selbst auf einem Streamingkanal verwerten.

Was die Tech-Konzerne Facebook oder Google angeht, hat Netflix einen wichtigen Vorteil. Da kein Werbegeschäft betrieben wird, steht Netflix nicht unter verschärfter Beobachtung durch Datenschützer weltweit. CEO Hasting ist „froh“, kein Werbegeschäft aufgebaut zu haben und sieht sich von drohenden Regulierungen nicht betroffen.

Vielleicht ist es ja dann mit der Vorreiterrolle bei den Quartalszahlen schnell wieder vorbei, wenn sich die Wege von Netflix, Google und Facebook trennen und nur noch Apple und das fast anzeigenfrei Amazon als direkte Konkurrenten bleiben.

Google wird am 23. April seine Zahlen melden, Facebook am 25. April, Amazon am 26. April. Bei Google liegt das Augenmerk im Vergleich zu Netflix auf der Entwicklung der Tochter Youtube und dem Bezahlservice Youtube Red, bei Amazon ist es Amazon Prime mit seinem Videoangebot. Facebook ist noch ganz in den Anfängen, so wie Apple auch.

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