#3sechzich
Der WDR versucht sich in Jugendsprache

Der öffentlich-rechtliche Sender aus Köln präsentiert Anfang der Woche sein neues Projekt: WDR #3sechzich. Nachrichten von jungen Leuten für junges Publikum. Ein Schnell-Check.
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DüsseldorfSeit neuestem kursiert im Web ein Trailer-Video, in dem der WDR-Fernsehchef Jörg Schönenborn höchstpersönlich zu sehen ist. Das erweckt Aufmerksamkeit. Das Video stellt die Entstehung eines neuen Projekts des öffentlich-rechtlichen Senders vor: ein neuer Youtube-Kanal. WDR #3sechzich. Es ist kein Geheimnis, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland auch ein jüngeres Publikum besser erreichen möchte. Beitragszahler, die weit unter dem aktuellen Altersdurchschnitt der WDR-Schauer angesiedelt sind, sollen auch etwas für ihr Geld bekommen und zwar auf Youtube, ohne an Sendezeiten gebunden zu sein. #3sechzich ist angelehnt an die 360-Grad-Verbreitung, die Jörg Schönenborn als strategisches Ziel des WDR ausgerufen hat.

Das Moderatorenteam des Youtube-Kanals ist ein Dreigestirn. Freddie Schürheck ist vor allem stimmlich bekannt aus dem Radiosender Einslive. Melek Balgün ist bereits ein berühmtes Gesicht als Host bei der „Electronic Sports League“, das ist Internet-Fernsehen für Gamer. Tim Schrankel, der Neuling vor der Kamera, kannte den WDR bis Dato als Werkstudent des Nachrichtenmagazins „Aktuelle Stunde“. Ansprechende, junge Gesichter für die junge Zielgruppe. Diese Moderatoren sollen aktuelle Nachrichten des Tages in lockere Jugendsprache verpacken, kritisch beleuchten und diese anschließend mit den Zuschauern diskutieren – dazu werden sie jedenfalls am Ende jedes Videos aufgefordert. 

Die Moderatoren versprechen den Abonnenten „(fast) täglich News mit Haltung“. Zum Youtube-Kanal gibt es natürlich einen Facebook- und Twitterauftritt, auf denen die Videos angeworben und hochgeladen werden, und auch einen Blog, in dem eine Diskussionsplattform geschaffen wird. Selbst auf Instagram ist das junge Nachrichtenformat vertreten. Damit wären schon einmal alle wichtigen Social-Media-Netzwerke bedient. Soweit so gut.

Die Nachrichten-Themen werden über die verschiedenen Kanäle bekannt gegeben. Im Vorfeld rufen die Moderatoren ihre  Follower dazu auf, Vorschläge für den aktuellen Tag beizusteuern. Interaktives Geben und Neben mit anschließender Umsetzung. Ein Grund mehr, als Zuschauer an der aktiven Diskussion mit den Moderatoren teilzunehmen. Die Zahlen sprechen für sich: Der Youtube-Kanal hat bisher über 2.000 Abonnenten, dicht gefolgt vom Twitter-Auftritt mit circa 1.800 Followern. Rund 1.700 Personen gefällt der Facebook-Auftritt. Das Schlusslicht bildet Instagram mit rund 690 Followern. (Stand: 23. Januar 2015).

 

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