40 Jahre Microsoft Kurswechsel zum Geburtstag

In den besten Jahren hatte der Software-Konzern Microsoft fast hundert Prozent Marktanteil, brachte Kartellwächter gegen sich auf und machte die Gründer zu Multi-Milliardären. Zum Firmenjubiläum läuft nicht alles rund.
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Hassobjekt, Marktbeherrscher, Nachahmer
Gründertruppe
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Die Belegschaft von Microsoft im Jahr 1978 mit den beiden Microsoft-Gründern Bill Gates (erste Reihe, links) und Paul Allen (erste Reihe, rechts). Gegründet wurde die Firma am 4. April 1975 in Albuquerque, New Mexico. (Foto: Microsoft/dpa)

Gründer Bill Gates (r.) und Paul Allen
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Im Jahr 1981 posieren Bill Gates (rechts) und Paul Allen.

Bill Gates hat sich mittlerweile auf eine Beraterrolle im Unternehmen zurückgezogen und ist als Philanthrop tätig. Paul Allen hat ebenfalls Milliarden mit Microsoft gemacht, spendet einen Teil seines Vermögens. Er investiert aber auch etwa in Sport-Mannschaften. Ihm gehören die Seattle Seahawks (American Football) und die Portland Trail Blazers (Basketball).

MS DOS
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Die Basis für den Firmenerfolg legten Allen und Gates mit dem Betriebssystem MS-DOS, das Computern Leben einhauchte. Die grafiklose Bedienoberfläche war lange ein Weg, um auch das spätere Betriebssystem Windows aus dem Hause Microsoft zu konfigurieren. In Abwandlungen hat die grafiklose Bedienoberfläche bis heute überlebt.

Windows 1.0
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Die Packung der ersten Version des Betriebssystems Microsoft Windows. Das damals als Erweiterung zu MS-DOS veröffentlichte Programm kam erstmals 1985 auf den Markt. In den Folgejahren sollte Windows das Fundament für ein Milliardenimperium werden. Es war allerdings nicht das erste Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche – IBM und Apple hatten bereits vorher die Idee umgesetzt. (Foto: Szilveszter Farkas)

Der junge Bill Gates
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Ein undatiertes Foto zeigt den jungen Bill Gates in seinem Arbeitszimmer. Zum Start von Windows 1.0 gab es weltweit lediglich sechs Millionen Personal Computer. Erst rund fünf Jahre später, im Jahr 1990, gelang dem Software-Entwickler aus Redmond ein durchschlagender Erfolg mit Windows 3.0.

Windows 95
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Bill Gates bei der Präsentation der Version 95 des Betriebssystems im Jahr 1995. Vor allem die dafür entwickelten Büroprogramme wie Word, Excel und Powerpoint helfen Microsoft, den Marktanteil Mitte und Ende der 90er-Jahre auf über 90 Prozent auszubauen.

Apple versus Microsoft
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1998 präsentiert der mittlerweile verstorbene Apple-Chef Steve Jobs „Microsoft Office Macintosh Edition“. Damals hauchte die Microsoft-Software dem darbenden Konkurrenten Apple Leben ein. Doch mittlerweile stellt Apple den Rivalen aus Seattle in vielen Belangen in den Schatten.

SeattleZum Ende der Ära von Microsoft-Boss Steve Ballmer vor einem Jahr schien es noch, als sei der Software-Gigant nach einer langen Dominanz einem schleichenden Bedeutungsverlust ausgeliefert. Während sich Apple mit dem iPhone und iPad sowie Google mit seinem Android-System das boomende Geschäft mit Smartphones und Tablets aufteilten, kam Microsoft im Mobil-Bereich kaum von der Stelle.

Der Konzern musste sich vor allem auf seine klassischen Einnahmequellen Windows und die Office-Büroprogramme verlassen. Der Absatz der Notebooks und Desktop-Rechner sinkt jedoch kontinuierlich - und mit der jahrelangen Abwesenheit von Office auf den mobilen Geräten gewöhnten sich die Nutzer daran, auch ohne Microsoft-Programme über die Runden zu kommen.

Zu seinem 40. Geburtstag am 4. April hat Microsoft jedoch neue Hoffnung geschöpft. Der neue Konzernchef Satya Nadella hat einen Kurswechsel angeordnet: Statt mit aller Macht die eigenen Plattformen in den Markt zu pressen, will Microsoft mit seinen Diensten und Programmen auch auf allen Geräten der Konkurrenz präsent sein. Das Schlüssel-Element sind die Cloud-Dienste, über die die Daten der Nutzer synchronisiert werden. Und hier hat der Konzern mit Azure ein heißes Eisen im Feuer. Es ist die nächste von vielen Wandlungen von Microsoft in den vergangenen Jahrzehnten.

Die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen gründeten 1972 ihre erste Firma, die Verkehrsdaten analysieren sollte. Die für ihre Zukunft entscheidende Idee brachte ihnen jedoch 1975 die Januar-Ausgabe des Magazins „Popular Electronics“, in der der „Microcomputer“ Altair 8800 vorgestellt wurde.

„Erregt lasen wir von dem ersten echten Personal Computer, und obwohl wir noch keine genaue Vorstellung davon hatten, wozu er zu gebrauchen wäre, war uns doch schon bald klar, dass er uns und die Welt des Computings verändern würde“, schrieb Gates 20 Jahre später in seinem ersten Buch „Der Weg nach vorn“. „Wir sollten recht behalten. Die Revolution ist eingetreten, und sie hat das leben von Millionen Menschen verändert. Wohin sie uns geführt hat, konnten wir uns damals kaum vorstellen.“

Vor allem Gates erkannte, dass man Hardware und Software, die bis zu diesem Zeitpunkt nur in einem nicht aufzuschnürenden Paket angeboten wurde, von einander trennen muss. Mit dem eher zufälligen Gewinn des Riesen-Auftrags von IBM im Jahr 1980, den ersten IBM-PC mit einer System-Software zu bestücken, legten Allen und Gates das Fundament für den sagenhaften Aufstieg von Microsoft. Sie begründeten damit de facto auch die Software-Industrie. Paul Allen schied bereits 1983 aus dem Unternehmen aus, nachdem bei ihm ein bösartiger Tumor des Lymphsystems diagnostiziert wurde, der in den Folgejahren erfolgreich behandelt werden konnte.

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Die Regentschaft im Internet verloren
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