5-Prozent-Beteiligung
Google bekennt sich zu AOL-Einstieg

Im Grund war es schon seit dem Wochenende bekannt, doch nun hat Google seinen 5-Prozent-Beteiligung an der Time-Warner-Internettochter AOL offiziell gemacht. Beide Unternehmen wollen enger zusammenarbeiten.

HB SAN FRANCISCO. Die Vereinbarung, die America Online (AOL) am Dienstag nach US-Börsenschluss bestätigte, sieht eine Ausweitung der Zusammenarbeit der beiden Firmen bei Werbung, der Suche nach Videos im Internet sowie im Bereich Messaging (Text- und Sprachnachrichten im Internet) vor.

Über die Allianz zwischen Google und AOL war seit Tagen in Medien spekuliert worden; auch Details der Vereinbarung wie der Kaufpreis waren schon nach Außen gedrungen. Der Time-Warner-Anteilseigner Carl Icahn hatte bis zuletzt versucht, einen Einstieg von Google bei AOL zu verhindern. In einem Brief an die Direktoren von Time Warner hatte er eine solche Zusammenarbeit als „desaströs“ bezeichnet, weil sie mögliche künftige Geschäfte von AOL mit Google-Rivalen wie Ebay oder Microsoft unmöglich machen könnte. Microsoft hatte ebenfalls Interesse an einem Einstieg bei AOL.

AOL hat nach dem erfolgreichen Geschäftsabschluss künftig die Möglichkeit, etwa Banner-Werbung auf den Web-seiten von Google-Partnern zu platzieren. Rund die Hälfte des Google-Umsatzes stammt aus Text-Werbung auf den eigenen Seiten. Die andere Hälfte stammt aus Werbeeinnahmen durch Partner. Tim Armstrong, bei Google in den USA für Werbung zuständig, sagte in einem Interview, das Unternehmen plane aber nicht, künftig seine eigene Site mit Werbung etwa in Bilderform vollzustopfen.

Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass AOL mehr Web-Seiten im Rahmen einer Google-Suche zugänglich macht. Dies umfasst auch eine engere Zusammenarbeit bei Videos. Diese werden damit künftig leichter im Internet zu finden sein.

Auch ihre Messaging-Dienste wollen die beiden Unternehmen miteinander vernetzen: Nutzer von Google Talk können dann mit den Kunden von AOLs marktführendem Dienst AIM kommunizieren. Bis vor kurzem konnten die Nutzer der verschiedenen Messaging-Dienste von Microsoft, Yahoo, Google oder AOL jeweils nur innerhalb des einen Dienstes miteinander kommunizieren. Jüngst hatten bereits Microsoft und Yahoo hunderten Mill. von Nutzern ihre beiden Dienste untereinander zugänglich gemacht.

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