50-Millionen
Apotheker lässt sich Wechsel zu HP fürstlich entlohnen

Der neue Hewlett-Packard-Chef Léo Apotheker erhält zu seinem Amtsantritt ein dickes Begrüßungspaket. Auf Basis des aktuellen HP-Aktienkurses könnten sich Grundgehalt, Antrittsbonus und jährliche Bonuszahlungen in den nächsten Jahren auf 50 Millionen Dollar summieren - deutlich mehr, als Ex-Chef Mark Hurd verdient hat.
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HB NEW YORK. Ex-SAP-Chef Léo Apotheker wird an der Spitze des Computerkonzerns Hewlett-Packard üppig entloht. Er wird in den ersten zwei Jahren ein Grundgehalt von 1,2 Millionen Dollar beziehen, wie aus einer HP-Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Dazu kommen auf die nächsten Jahre verteilte Optionen auf mehrere hundertausend Hewlett-Packard-Aktien sowie ein Antrittsbonus im Millionenbereich.

Alles in allem dürfte das Paket für Apotheker einen Wert von mehr als 50 Millionen Dollar zu heutigen Aktienpreisen haben, berichtete das „Wall Street Journal“ am Wochenende unter Berufung auf einen Unternehmensberater, der sich die Mühe machte, die verschiedenen Positionen zusammenzurechnen. Das sei deutlich mehr als bei Ex-Chef Mark Hurd, der 2005 nur auf 32 Millionen Dollar gekommen sei.

Apotheker bekommt dem HP-Dokument zufolge zum Beispiel im November einen Antrittsbonus von 4 Millionen Dollar sowie 2,9 Millionen Dollar für Umzugskosten. Die jährliche Bonuszahlungen können zwischen 200 und 500 Prozent des Grundgehalts betragen.

HP hatte Apotheker am Freitag überraschend zum neuen Konzernchef berufen. Der Schritt unterstreicht den Fokus des Konzerns auf Software und Dienstleistungen sowie die zunehmende Konkurrenz mit dem SAP-Erzrivalen Oracle. Zugleich gab es am Markt Zweifel, ob Apothekers SAP-Erfahrung ausreicht, um das komplexe Imperium mit Computer-Hardware, Dienstleistungen, Druckern und seit der Übernahme von Palm auch noch Mobilfunk zu führen.

Der für sein loses Mundwerk bekannte Oracle-Chef Larry Ellison nutzte die Gelegenheit jedenfalls zu einer heftigen Attacke. Die Ernennung Apothekers habe ihn „sprachlos“ gemacht, schrieb Ellison in einer E-Mail an das „Wall Street Journal“. HP habe starke Kandidaten im eigenen Haus gehabt, aber sich stattdessen für jemanden entschieden, „der gefeuert wurde, weil er so einen schlechten Job bei SAP gemacht hat“. Ein HP-Sprecher lehnte eine Reaktion ab, weil Ellisons Bemerkungen „nicht die Ehre einer Antwort“ verdienten.

Ellison hatte den von HP geschassten Hurd als Top-Manager zu Oracle geholt. Er hatte von Anfang an den HP-Verwaltungsrat scharf wegen der Behandlung des Managers kritisiert. Hurd war über eine Liaison mit einer externen Mitarbeiterin gestolpert sowie damit verbundenen Vorwürfen, falsche Spesenabrechnungen eingereicht zu haben. Jetzt polterte Ellison: „Der HP-Verwaltungsrat muss komplett zurücktreten. Der Wahnsinn muss ein Ende haben.“

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