700 Arbeitsplätze betroffen
Motorola-Werk in Flensburg vor dem Aus

Der US-Handyhersteller Motorola schließt einem Bericht zufolge seine Logistik-Sparte in Flensburg. Schleswig-Holstein verliert damit 700 Arbeitsplätze. Den Betroffenen sollen aber Jobs an anderer Stelle angeboten werden.

HB KIEL. Das Aus für das norddeutsche Werk habe die Konzernzentrale im US-Staat Illinois entschieden, berichtete das „Flensburger Tageblatt“ am Dienstag vorab. Von dem Schritt seien rund 700 Arbeitsplätze betroffen. Nach Informationen der Zeitung sollen die Arbeitsplätze ab Anfang 2008 nach Alsdorf bei Aachen zum kanadischen Logistik-Unternehmen Cinram verlegt werden. Allen Mitarbeitern in Flensburg werde ein Angebot für einen Arbeitsplatz an dem neuen Ort unterbreitet.

Motorola wolle die Entscheidung am Mittwoch bekannt geben, berichtet das Blatt weiter. Am vergangenen Wochenende hatte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen bei einer Blitzreise in die USA versucht, die Konzernspitze umzustimmen. Er war aber früher als erwartet zurückgekehrt, was als schlechtes Zeichen gewertet wurde.

Carstensen erklärte zu dem Zeitungsbericht, die Entscheidung des Motorola-Konzerns sei „bitter und bedauerlich“. Er sei überaus „verärgert und enttäuscht“, dass er über die Pläne von Motorola zunächst nicht unterrichtet wurde und erst auf Nachfrage davon erfahren habe.

Die Landesregierung sei bereit gewesen, „bis an die Schmerzgrenze des finanziell und rechtlich Machbaren zu gehen“, sagte Carstensen. Er zeigte sich enttäuscht darüber, dass eine mit viel Geld aus Steuermitteln untermauerte Partnerschaft des Landes zu Motorola von der Konzernspitze in den USA nun „offenbar mit einem Federstrich ausradiert“ werden solle.

Das Motorola-Werk in Flensburg war 1998 eröffnet worden und galt damals als modernste Handy-Produktionsstätte in Europa. Bereits im April 2007 hatte der US-Konzern angekündigt, die Produktion von UMTS-fähigen Handys nach China zu verlagern, von dieser Entscheidung waren mehr als 200 Mitarbeiter in Flensburg betroffen. Derzeit arbeiten in Flensburg noch 900 Mitarbeiter in der Verwaltung und Logistik. Motorola leidet derzeit an Absatzschwäche.

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