Abhängig von den Marktbedingungen
KDG denkt über weitere Anleihe nach

Nach dem gescheiterten Versuch drei Konkurrenten zu übernhemen plant der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) die Ausgabe einer weiteren Anleihe.

HB LONDON/MÜNCHEN. Abhängig von den Marktbedingungen und der Zustimmung der Gremien werde erwogen, eine variabel verzinste Anleihe im Volumen von bis zu 400 Million Euro mit einer Laufzeit von zehn Jahren auszugeben, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Die Emission werden dann von der Kabel Deutschland Holding GmbH & Co. KG stammen, bei der es sich um die künftige Muttergesellschaft des operativ tätigen Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland handele. Die Einnahmen einer solchen Emission sollten für die Rückzahlung eines möglichen künftigen Gesellschafterdarlehens der Eigner von Kabel Deutschland dienen. In Finanzkreisen hieß es, im Endeffekt handele es sich um eine erneute Ausschüttung an die KDG-Eigner, die Investmentfirmen Apax Partners, Goldman Sachs Capital Partners und Providence Equity.

Nach Angaben aus den Kreisen ist die Ausgabe der neuen Anleihe bereits in Kürze geplant. Konsortialführer für die Emission sind den Angaben zufolge die Deutsche Bank und die Investmentbank Goldman Sachs. Die Anleihe dürfte um 850 Basispunkte über dem Londoner Interbankensatz am Geldmarkt, Libor, verzinst werden. Nach drei Jahren solle die Spanne um nochmals 200 Basispunkte erhöht werden, hieß es in den Kreisen. Kabel Deutschland und die Banken lehnten eine Stellungnahme zu den Angaben aus den Kreisen ab.

Erst vor kurzem hatte Kabel Deutschland angekündigt, eine Dividende an die Gesellschafter von 475 Mill. € auszuschütten. Die Mittel dafür stammten aus einer Anleihe von etwa 800 Mill. €, die zur Finanzierung der Übernahme von drei regionalen Kabelnetzgesellschaften ausgegeben worden war. Wegen des Widerstands des Bundeskartellamts hatte Kabel Deutschland die Übernahmen dann aber wieder abgeblasen. Das Rückkaufangebot für diese erste Anleihe hatte keiner der Investoren angenommen, da es unter dem Marktkurs lag.

Die drei Investmentgesellschaften hatten Kabel Deutschland im Jahr 2003 für 1,7 Mrd. € von der Deutschen Telekom gekauft. Für 2004 erwartet Kabel Deutschland einen Umsatz von mehr als eine Milliarde Euro und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von leicht über 400 Mill. €. Die hohe Dividende war in Finanzkreisen als Hinweis darauf gewertet worden, dass Kabel Deutschland demnächst keine größere Übernahme plant und auch der ursprünglich geplante Börsengang in die Ferne gerückt ist.

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