Abhängigkeit verringern
Zynga und Facebook lockern enge Partnerschaft

Zynga ist dank Facebook groß geworden, doch jetzt lockert der Spiele-Anbieter die fast symbiotische Verbindung mit dem Online-Netzwerk. Er will die Abhängigkeit vom großen Partner verringern.
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San FranciscoDas Online-Netzwerk Facebook und der Spiele-Anbieter Zynga lockern ihre enge Partnerschaft. Zynga, Entwickler von Erfolgstiteln wie „Farmville“ oder „Cityville“, muss künftig bei seinen Spielen keine Anzeigen aus der Werbeplattform des Sozialen Netzwerks mehr einblenden oder dessen Bezahlsystem nutzen. Umgekehrt muss Facebook den Partner nicht mehr privilegiert behandeln und darf selbst Spiele entwickeln. Dies geht aus am Donnerstag veröffentlichten Börsendokumenten hervor.

Die beiden Unternehmen haben bislang eine sehr enge Beziehung. Zynga erreicht beim Sozialen Netzwerk Millionen von Fans und erwirtschaftet dort derzeit 80 Prozent seiner Erlöse. Facebook wiederum schöpft einen Teil der Erlöse ab und erzielt momentan gut 15 Prozent seines Umsatzes mit Gebühren von Zynga.

Die Änderung des Vertrags gebe Zynga genügend Flexibilität, um seine Produkte und Services auch andernorts anzubieten, erklärte Manager Barry Cottle. Die Partnerschaft mit Facebook werde aber fortgeführt. Die Lockerungen in der zwei Jahre alten Vereinbarung treten zum 31. März kommenden Jahres in Kraft.

Zynga steckt derzeit tief in der Krise. Die Firma schreibt Verluste, Firmenchef, Gründer und Großaktionär Mark Pincus streicht deshalb 150 Stellen. Er versucht gleichzeitig, die Abhängigkeit von den schwächelnden Simulationsspielen wie „Farmville“ zu verringern. Diese Klassiker finden ihre Fans auf Facebook. Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen stößt Zynga in Richtung Glücksspiel mit Online-Poker und Roulette vor. Zudem baut das Unternehmen mit zynga.com eine eigene Plattform auf. Dank der gelockerten Vereinbarung kann es künftig sein Augenmerk stärker darauf richten.

Die Zynga-Aktie brach nachbörslich um zwölf Prozent ein, obwohl Analysten die geänderte Vereinbarung eher positiv bewerteten. „Die Wall Street geht davon aus, dass Facebook sie ausbootet oder ihnen etwas Schlechtes antut, aber es ist nicht schlecht“, sagte Michael Pachter von Wedbush Securities. „Im schlimmsten Fall macht es nichts und im besten Fall ist es gut“, meinte der Spiele-Experte. Die Facebook-Aktie stand nahezu unverändert.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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