Abhörskandal
Medienunternehmer Murdoch wehrt sich gegen Schelte

Im Abhörskandal hat ein Parlamentsausschuss Rupert Murdoch als ungeeignet bezeichnet, ein Medienunternehmen zu leiten. Dieser wehrt sich. Die Vorwürfe seien „nicht gerechtfertigt und extrem voreingenommen“.
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LondonDer Medienunternehmer Rupert Murdoch wehrt sich gegen das harte Urteil britischer Parlamentarier über seine Führungsfähigkeiten. Einige Kommentare des Komitees, das den Medienskandal rund um Murdochs Blatt „News of the World“ untersucht hatte, seien „nicht gerechtfertigt und extrem voreingenommen“, hieß es in einer Mitteilung der britischen Murdoch-Tochter News International an ihre Mitarbeiter am Dienstagabend. Zuvor hatte der Ausschuss für Medien dem 81-Jährigen abgesprochen, für die Führung seines internationalen Medienkonzerns geeignet zu sein.

Murdoch habe das britische Parlament „absichtlich getäuscht“, lautet das Ergebnis im Abschlussbericht der Monatelangen Untersuchung, in deren Verlauf unter anderem Murdoch und sein Sohn James befragt worden waren.

In dem Schreiben an die News-International-Mitarbeiter gestand Murdoch aber auch Schuld ein. Der Ausschuss habe „harte Wahrheiten“ herausgestellt. Es sei einiges falsch gemacht worden und die Reaktionen darauf seien zu langsam und zu defensiv ausgefallen. „Für einige von uns - und im besonderen für mich - ist es schwer, die Untersuchungsergebnisse zu lesen“, schrieb Murdoch. Das Schlimmste aber sei geschafft, denn man habe einen „langen und ehrlichen“ Blick auf die Fehler der Vergangenheit geworfen. „Wir arbeiten hart daran, die Dinge wieder richtig zu stellen.“

Murdoch erklärte außerdem, dass die internen Untersuchungen bei seinen weiteren britischen Zeitungen „The Times“, „The Sunday Times“ und „The Sun“ abgeschlossen seien. Bei der „Times“ sei nur ein einziger problematischer Fall festgestellt worden, bei dem die Emails eines Polizei-Bloggers gehackt worden seien. Zu den Ergebnissen bei der „Sun“ sagte er nichts. Im Zuge des Skandals waren illegale Recherchemethoden sowohl bei der seit Sommer 2011 eingestellten „News of the World“ als auch bei anderen Murdoch-Zeitungen offenkundig geworden.




Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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