Abkehr von Produktgruppen
Neue Struktur soll Yahoo-Geschäft retten

Der mit Wachstumsproblemen kämpfende Internetkonzern Yahoo versucht, mit dem wohl größten Umbau in der noch recht jungen Unternehmensgeschichte der Probleme Herr zu werden. Eine neue Organisation sowie ein personeller Umbau sollen den einstigen Star der Branche wieder auf Kurs bringen.

FRANKFURT. Die wohl herausragendste Änderung: Finanzchefin Susan Decker wird zusätzlich die Leitung der neuen Werbe- und Verlegersparte übernehmen. Damit hat sie auch die besten Aussichten, den 63-jährigen Yahoo-Boss Terry Semel zu beerben. Ihr größter Rivale, der für das tägliche Geschäft verantwortliche Daniel Rosensweig, scheidet im März aus. Auch Lloyd Braun, der das Mediengeschäft von Yahoo verantwortet, räumt seinen Platz. Einen Tag zuvor hatte sein Kollege und Experte für interaktive Medien David Katz seinen Rücktritt erklärt.

Kernpunkt der neuen Struktur ist die Abkehr von Produktgruppen. Stattdessen soll es künftig drei Bereiche geben, die sich stark an den Kundengruppen orientierten. Die so genannte „Audience Group“ kümmert sich um die Angebote für die Yahoo-Nutzer. Für diese Sparte sucht das US-Unternehmen derzeit einen Chef.

Die von Decker geführte „Advertising Group“ betreut die Werbe-Kundschaft. Yahoos Erlöse werden weitgehend von den Werbeeinnahmen gefüttert. Daneben gibt es noch eine „Technology Group“, die sich um die Entwicklung neue innovativer Produkte kümmern soll. Sie leitet Technologiechef Zod Nazem.

Damit reagiert Yahoo-Boss Semel auf die sich ändernden Marktverhältnisse. Die Firmen im Internet teilen sich ihre Aufgaben immer stärker auf. Das zeigen vor allem die derzeit sehr erfolgreichen Community-Seiten wie „MySpace“ und „YouTube“. Sie kümmern sich darum, über ein gutes Angebot möglichst viele Nutzer auf die eigenen Seiten zu locken. Bei der Vermarktung setzen sie dagegen auf Partnerschaften, bislang allerdings vor allem mit Google.

„Das Internet wächst und entwickelt ein rasantes Tempo, und wir gestalten Yahoo um, um die Führung bei dieser Umgestaltung zu übernehmen, so wie wir das vor fünf Jahren erfolgreich gemacht haben“, schrieb Semel gestern in seinem Internet-Blog. „Yahoo tritt nun in etwas ein, das ich die dritte Phase nenne, eine, die auf den Kunden fokussiert ist.“ Die neue Struktur werde die Entscheidung für wichtige Entwicklungen erheblich beschleunigen, zeigte sich der Manager zuversichtlich.

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