Abkommen mit Fox
Apple gewinnt Film-Streit

Nach Informationen aus Branchenkreisen und von angelsächsischen Medien wird Apple demnächst Filme des Studios 20th Century Fox online vermieten. Das Abkommen mit dem US-Studio öffnet Apple die Tür zu einem dringend benötigten Geschäft. Und es soll nicht das letzte sein.

HB FRANKFURT. Ein entsprechendes Abkommen zwischen Apple und Fox sei kurz vor dem Abschluss. Auch mit Sony Pictures, Paramount und Warner Bros soll der Computerbauer bereits sprechen. Die beteiligten Unternehmen wollten sich nicht äußern.

Eine Einigung wäre für Apple ein großer Erfolg. Das Unternehmen versucht seit längerem, seine führende Stellung beim Musik-Vertrieb per Internet auf die Film-Industrie zu übertragen. Doch bislang ist der Erfolg eher mäßig. Nur Disney stellt derzeit seinen vollständigen Film-Katalog über iTunes zur Verfügung. Die übrige US-Unterhaltungsindustrie lehnte das bislang ab, vor allem wegen der Preispolitik von Apple. Gleichzeitig versuchten Studios wie Fox und NBC Universal mit Hulu.com einen eigenen Internet-Dienst aufzubauen.

Doch nun scheinen sich die einstigen Kontrahenten einander anzunähern. Für Apple hat das Filmgeschäft eine grundlegende Bedeutung. Es wäre nicht nur ein weiterer Schritt im Plan von Unternehmenschef Steve Jobs, den einst reinen Computerkonzern zu einem Anbieter der Unterhaltungselektronik umzubauen. Apple braucht solche neuen Geschäfte auch, um dem Erfolgsdruck gerecht zu werden. Der ist gewaltig. Erstmals in der Firmengeschichte ist die Apple-Aktie jüngst über die 200-Dollar-Grenze geklettert. Alleine in den zurückliegenden zwölf Monaten schnellte das Apfel-Papier um 140 Prozent in die Höhe.

Wie groß die Erwartungen sind, zeigen Äußerungen von Investoren wie Stephen Coleman von Daedalus Capital LLC. Er nannte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg für die nächsten 18 Monate ein Kursziel von 600 Dollar. Dabei ist Apple bereits heute mehr wert als die wesentlich größeren IT-Konzerne Hewlett-Packard, Dell oder Intel, obwohl etwa Intel weitaus rentabler ist.

Grund für die Begeisterung ist das rasante Wachstum bei Apple-Rechnern und iPods. Mit dem Handy iPhone ist Apple zudem nicht mehr wie früher von nur einem Produkt abhängig.

Allerdings wird der Erwartungsdruck allmählich zu einem Problem für Unternehmenschef Jobs, da er die Innovationsgeschwindigkeit der letzten Monate kaum beibehalten kann. Schon jetzt gibt es leise warnende Stimmen. Apple müsse zeigen, dass das Unternehmen den Schwung auch nach der Weihnachtssaison aufrecht erhalten könne, schreibt AndyNeff von Bear Stearns.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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