Abo-Skandal
Aktionärsschützer fordern von Sky Konsequenzen

Nach dem Willen der Aktionärsschutz-Vereinigung DSW soll der Pay-TV-Sender Sky seine Ex-Chefs wegen der Affäre um gefälschte Abo-Zahlen zur Rechenschaft ziehen. Wenn nicht, müsse sich man das Verhalten der Aufseher selbst anschauen.
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HB FRANKFURT. Der Sky-Aufsichtsrat stehe in der Pflicht, Schadensersatzklagen gegen die verantwortlichen Ex-Manager einzuleiten, teilte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Donnerstag mit. Ansonsten könne das Kontrollgremium selbst in die Schusslinie geraten. „Der Aufsichtsrat handelt auf Rechnung aller Aktionäre“, sagte ein DSW-Sprecher. Falls er nicht versuche, sich den durch die Affäre entstandenen Schaden von seinen einstigen Managern zurückzuholen, könnten die gebeutelten Sky-Aktionäre den Aufsichtsrat auf Schadenersatz verklagen. Geleitet wird das Gremium von Chase Carey, der als Rechte Hand von Sky-Haupteigner Rupert Murdoch gilt.

Murdoch war Anfang 2008 bei Sky - damals noch Premiere - eingestiegen und hatte bald danach seinen Vertrauten Mark Williams zum Senderchef gemacht. Als eine der ersten Amtshandlungen musste Williams im Herbst 2008 eingestehen, dass etwa eine Million Abonnenten sich nach einer Prüfung als Karteileichen entpuppt hätten. Die Finanzaufsicht BaFin hatte daraufhin die Bilanz des Münchner Unternehmens genauer unter die Lupe genommen und einige Fehler in den Geschäftszahlen für 2007 und im Halbjahresbericht 2008 entdeckt.

Vorstandschef war damals Michael Börnicke. Doch auch sein Vorgänger Georg Kofler sei nicht aus dem Schneider, sagte der DSW-Sprecher. Der bekannte Manager, der sein Handwerk noch beim Medienmogul und späteren Groß-Pleitier Leo Kirch gelernt hatte, hatte bei Premiere bis August 2007 die Zügel in der Hand gehalten.

„Bereits unter Kofler waren die Abo-Zahlen zu hoch angesetzt, er gehört deshalb zum Kreis der Verdächtigen“. In einer Stellungnahme widerspricht Kofler: Die Vorwürfe möglicher Tricksereien seien „absolut haltlos“. Die von der BaFin monierten Abschlüsse seien erst nach seinem Ausscheiden und erstellt worden. Er habe die Berichte also inhaltlich weder beeinflussen noch verantworten können, erklärte der Südtiroler.

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