Absage an Kooperation mit Telekom
DFL duldet keine Bundesliga bei Premiere

Das hatten sich Premiere und die Deutsche Telekom so schön gedacht: Nachdem die Betreibergesellschaft Arena überraschend Premiere die Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga weggeschnappt hatte, wollte der Bezahl-Sender die Internet-Fußballrechte der Telekom für eine Fernseh-Übertragung über Satellit nutzen. Doch die DFL macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

HB FRANKFURT. Der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gibt dem Pay-TV-Kanal Premiere keine Chance, die Bundesliga mit Hilfe der Telekom vom Sommer an doch noch live im Bezahlfernsehen auszustrahlen.

„Das wäre nicht akzeptabel“, sagte Liga-Präsident Werner Hackmann der „Bild“-Zeitung zu Plänen, die Internet-Fußballrechte der Telekom für eine Fernseh-Übertragung über Satellit zu nutzen. „Das würde bedeuten, dass man nicht mal Telekom-Kunde sein müsste, um die Bilder zu empfangen.“ Die Deutsche Telekom könne ihre Rechte nur für die Ausstrahlung über das Hochgeschwindigkeitsnetz von T-Online im Internet nutzen. „In diesem Geist sind die Verträge geschlossen worden“, betonte Hackmann. „Den bisherigen Premiere-Bundesliga-Kanal wird es nicht mehr geben.“

Die Telekom müsse ihre endgültiges Konzept bis zum 30. April vorlegen, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV der Zeitung. „Unser Ziel ist ein Kompromiss“, sagte er. Aber der Pay-TV-Rechte-Inhaber Arena dürfe nicht geschwächt werden. „Im Extremfall könnte die Telekom die Internet-Rechte wieder verlieren.“

Arena hatte Premiere überraschend im Wettbewerb um die exklusiven Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga für das Pay-TV in den Spielzeiten 2006/07 bis 2008/09 ausgestochen, worauf die Premiere-Aktie einbrach. Premiere-Chef Georg Kofler hat seinen Abonnenten in Aussicht gestellt, bis Mitte Mai eine Lösung zu finden, wie sie auch künftig Bundesliga sehen können. Premiere spricht derzeit mit der Telekom über eine Kooperation etwa zur Produktion der Internet-Übertragung. Während Arena mehr als 200 Millionen Euro pro Saison für die Übertragungsrechte zahlt, hat sich die Deutsche Telekom die Internet-Rechte für 50 Millionen Euro gesichert.

Das Breitband-Internetangebot (V-DSL) der Deutschen Telekom, das zunächst im Juni in zehn Großstädten startet, ermöglicht eine Live-Übertragung in Fernseh-Qualität. Laut Medienberichten darf die Telekom der Ausschreibung zufolge die Spiele aber etwa auch auf Fernsehgeräten oder Großbildleinwänden zeigen, so lange die Bilder technisch über das Internet-Protokoll (IP) übertragen werden. Hackmann bekräftigte, dass der Liga-Verband keine Fehler bei der Ausschreibung gemacht habe. „Ich kann bei der DFL keine Schuld erkennen.“

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